Politik & Gesellschaft

Ein-Euro-Menüs bringen Hochschulmensen an ihre Grenzen

Seit Mai erhalten alle Studierenden in Frankreich ein Mensaessen für einen Euro. Zum Semesterbeginn führt der große Andrang mancherorts zu langen Warteschlangen.

Caen – 17.09.2026: Zum Beginn des Wintersemesters wächst der Andrang auf Frankreichs Hochschulmensen. In Caen stieg die Zahl der Gäste in einem Universitätsrestaurant nach Angaben von Franceinfo gegenüber dem bisherigen Niveau um fast 35 Prozent. Zur Mittagszeit bilden sich lange Schlangen. Auslöser ist die seit dem 4. Mai geltende Ausweitung des Ein-Euro-Menüs auf alle Studierenden.

Damit ersetzt die Regierung ein stärker auf Bedürftigkeit zugeschnittenes System. Zuvor galt der stark verbilligte Preis vor allem für Stipendiaten sowie für Studierende, deren finanzielle Notlage von den Sozialdiensten anerkannt worden war. Nun können auch Doktoranden, dual Studierende und junge Menschen im Freiwilligendienst das Angebot nutzen, sofern sie ihren Studierendenstatus über ein aktiviertes Izly-Konto nachweisen. Pro Essensausgabe ist ein Menü zum Sozialtarif vorgesehen.

Die Regelung soll eine Studentenschaft entlasten, die in vielen Hochschulstädten mit hohen Mieten und gestiegenen Lebenshaltungskosten konfrontiert ist. Nach Angaben der zuständigen Einrichtungen können knapp drei Millionen junge Menschen von dem Angebot profitieren. Der Kreis der Berechtigten ist damit erheblich größer als zuvor.

Dass dies die Mensen besonders zum Semesterbeginn belasten würde, hatten die Studentenwerke erwartet. Die Rückkehr an die Hochschulen im September ist traditionell die Phase mit dem höchsten Besucheraufkommen. Das Crous-Netzwerk bereitete sich deshalb mit angepassten Arbeitsabläufen, einer stärkeren Steuerung der Besucherströme und zusätzlichen Angeboten zum Mitnehmen vor. Die Warteschlangen an einzelnen Standorten belegen allerdings, dass die Vorkehrungen den Ansturm nicht überall auffangen.

Hinzu kommt die Finanzierung. In einer parlamentarischen Anfrage im Senat werden zusätzliche staatliche Mittel von 35,6 Millionen Euro genannt. Sie sollen den regionalen Studentenwerken die Differenz zwischen dem früheren regulären Tarif von 3,30 Euro und dem Ein-Euro-Preis ersetzen. Damit sind die Mindereinnahmen berücksichtigt, nicht aber zwangsläufig zusätzliche Ausgaben für Personal, Küchentechnik oder größere Ausgabekapazitäten.

Für Studierende wird die Entlastung weniger attraktiv, wenn ein erheblicher Teil der Mittagspause in der Warteschlange vergeht. Die regionalen Studentenwerke müssen zugleich Essensqualität, Arbeitsschutz und verlässliche Abläufe sichern. Das nationale Crous-Netzwerk beschäftigt nach eigenen Angaben rund 7.500 Mitarbeiter und hat den Standorten Vorgaben für die Umsetzung gemacht. Eine Einschränkung des neuen Anspruchs wurde bislang nicht angekündigt.

Die Lage in Caen verweist auf ein praktisches Problem der Reform: Wo Mensen bereits zuvor nahe an ihrer Kapazitätsgrenze arbeiteten, erhöht der größere Kreis der Berechtigten unmittelbar den Druck auf Küchen und Ausgabe. Landesweite Zahlen zu Wartezeiten oder zu Studierenden, die wegen des Andrangs kein Essen erhielten, liegen bislang nicht vor.

Quellen

  • Franceinfo
  • Crous-Netzwerk
  • Etudiant.gouv.fr
  • Französischer Senat

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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