Politik & Gesellschaft

Einbruch und Feuer verwüsten Schule bei Bordeaux

Am Lycée Les Iris in Lormont wurden Räume verwüstet, Computer gestohlen und Papierbestände angezündet. Rund 500 Menschen mussten die Schule verlassen; die Staatsanwaltschaft Bordeaux ermittelt.

Lormont – 09.10.2026: Nach dem gewaltsamen Eindringen in das Lycée Les Iris bei Bordeaux ermitteln Polizei und Justiz wegen Sachbeschädigung, Diebstahls und Brandstiftung. Eine Gruppe junger Menschen verschaffte sich am Donnerstag, 8. Oktober, Zugang zu der Schule in Lormont. Fenster wurden eingeschlagen, Unterrichtsräume verwüstet und technische Geräte beschädigt oder entwendet. Verletzt wurde nach bisherigem Stand niemand.

Die Eindringlinge überwanden Berichten zufolge die Umzäunung des Schulgeländes. Anschließend zerstörten sie Mobiliar und weitere Ausstattung in mehreren Räumen. In einem Bereich des beruflich ausgerichteten Lycée wurde zudem Feuer gelegt. Die Flammen konnten rasch gelöscht werden, beschädigten jedoch eingelagerte Papierbestände und Lehrmaterialien erheblich.

Die Tat ereignete sich am Rande einer Mobilisierung von Schülerinnen und Schülern. Zuvor hatten Jugendliche, Lehrkräfte und die Schulleitung über die Lage beraten. Als zahlreiche Schülerinnen und Schüler zu einer Demonstration nach Bordeaux aufbrachen, nutzten die Täter offenbar die unübersichtliche Situation, um in das Gebäude einzudringen. Die Präfektur betonte, die Verwüstung dürfe nicht der Protestbewegung insgesamt zugerechnet werden.

Rund 500 Schülerinnen, Schüler und Beschäftigte mussten das Lycée nach dem Alarm verlassen. Die Schulleitung aktivierte den vorgesehenen Schutzablauf und ließ das Gelände räumen. Der Unterricht wurde am Donnerstag abgebrochen, am Freitag, 9. Oktober, blieb die Einrichtung geschlossen. Nach Angaben des Schulleiters soll der Betrieb möglichst am Montag, 12. Oktober, wieder aufgenommen werden. Voraussetzung dafür sind gesicherte Räume und eine funktionsfähige technische Ausstattung.

Der Schaden wird auf mehrere Hunderttausend Euro geschätzt. Besonders betroffen ist der Ausbildungsbereich für Druck und Grafik, in dem umfangreiche Papierbestände lagerten. Nach Angaben aus der Schule wurden etwa zehn Computer gestohlen; weitere Geräte und Unterrichtsmaterialien gingen zu Bruch. Die genaue Schadenssumme müssen Versicherungen und die zuständigen Bildungsbehörden noch ermitteln.

Die Staatsanwaltschaft Bordeaux leitete ein Ermittlungsverfahren ein und übertrug die Untersuchung der Polizei. Ausgewertet werden sollen unter anderem Aufnahmen von Überwachungskameras sowie Bilder, die in sozialen Netzwerken verbreitet wurden. Die Präfektin des Départements Gironde verurteilte die Zerstörungen. Schülerinnen und Schüler sagten französischen Medien, die Tat habe nichts mit ihren Forderungen nach besseren Lernbedingungen zu tun.

Das Lycée Les Iris ist eine öffentliche Berufs- und Oberschule im Ballungsraum Bordeaux. Die Schäden beeinträchtigen den Unterricht besonders in den praktisch ausgerichteten Bildungsgängen, die auf spezielle Räume, Maschinen und Computer angewiesen sind. Eltern boten der Schulleitung Medienberichten zufolge Hilfe bei den Aufräumarbeiten an. Zunächst müssen Polizei und Fachleute jedoch die betroffenen Bereiche untersuchen und sichern.

Quellen

  • Franceinfo
  • RTL
  • TF1 Info
  • Académie de Bordeaux

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).