Wirtschaft

Elektroautos treiben Frankreichs Strompreis nicht zwangsläufig hoch

Mehr Elektroautos bedeuten einen höheren Strombedarf. Nach Einschätzung des Netzbetreibers RTE lässt sich dieser jedoch bewältigen, wenn Fahrzeuge möglichst außerhalb der Verbrauchsspitzen laden.

Paris – 13.09.2026: Der Umstieg auf Elektroautos muss den Strompreis in Frankreich nicht zwangsläufig stark erhöhen. Nach Einschätzung des Übertragungsnetzbetreibers RTE lässt sich die zusätzliche Nachfrage grundsätzlich bewältigen. Ausschlaggebend ist weniger die Zahl der Fahrzeuge als die Frage, wann sie geladen werden und ob Erzeugung, Stromnetze und Ladeinfrastruktur mit dem Bedarf wachsen.

Bislang fällt die Elektromobilität im französischen Stromsystem kaum ins Gewicht. RTE beziffert den Verbrauch batterieelektrischer Fahrzeuge und von Plug-in-Hybriden für 2025 auf rund vier Terawattstunden. Das waren 33 Prozent mehr als im Vorjahr. Der gesamte witterungsbereinigte Stromverbrauch im französischen Festland erreichte im selben Zeitraum 451 Terawattstunden. Elektrofahrzeuge standen damit für weniger als ein Prozent des Verbrauchs.

Bis 2035 könnte das Laden von Elektrofahrzeugen laut RTE zwölf bis 15 Prozent des französischen Stromverbrauchs ausmachen. Der wachsende Bedarf lässt jedoch keinen unmittelbaren Rückschluss auf die Höhe der Stromrechnung zu. Endkundenpreise hängen unter anderem von den Kosten der Erzeugung und der Netze, von Steuern, Marktpreisen und den jeweiligen Verträgen ab.

Eine zentrale Rolle spielt die Verteilung der Ladevorgänge über den Tag. Würden viele Fahrzeuge gleichzeitig während einer hohen Netzlast angeschlossen, etwa an kalten Winterabenden, könnten zusätzliche Verbrauchsspitzen entstehen. Durch eine intelligente Steuerung lässt sich das Laden hingegen in Stunden verschieben, in denen reichlich Elektrizität verfügbar ist oder die allgemeine Nachfrage niedrig bleibt. Dazu können beispielsweise Nachmittage mit hoher Solarstromproduktion gehören.

Technisch ist eine solche Verlagerung über zeitabhängige Tarife, programmierbare Wallboxen oder eine abgestimmte Steuerung zwischen Fahrzeug und Stromanbieter möglich. Für Haushalte entsteht dadurch ein finanzieller Anreiz, den Ladevorgang nicht unmittelbar nach der Heimkehr zu beginnen. Auch Unternehmen mit größeren Fahrzeugflotten können ihre Nachfrage zeitlich staffeln. Auf diese Weise wird vorhandene Netzkapazität besser genutzt, während kostspielige Verstärkungen allein zur Abdeckung kurzer Spitzen seltener nötig werden.

Frankreich verfügt dank seiner Kernkraftwerke und des Ausbaus erneuerbarer Energien über einen vergleichsweise emissionsarmen Strommix. RTE betrachtet die Elektrifizierung des Verkehrs deshalb als wichtigen Weg, den Verbrauch von Erdöl und die Emissionen des Verkehrssektors zu senken. Voraussetzung bleiben zusätzliche Erzeugungskapazitäten, leistungsfähige Verteilnetze und eine ausreichend dichte Ladeinfrastruktur.

Für Verbraucher ist günstiges Laden dennoch nicht dauerhaft garantiert. Die tatsächlichen Kosten richten sich nach Tarif, Ladeort und Tageszeit; öffentliches Schnellladen kann teurer sein als das Laden zu Hause. Aus den Prognosen von RTE folgt aber kein allgemeiner Preissprung allein aufgrund wachsender Elektromobilität. Ein großer Teil des zusätzlichen Bedarfs kann in Stunden verlagert werden, in denen genügend Strom bereitsteht.

Quellen

  • Franceinfo
  • RTE – Bilan électrique 2025
  • RTE – Elektrifizierung des Verkehrs

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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