Policarpa – 07.09.2026: Der kolumbianische Korporal José Olger Melo Charry, der seit vier Jahren in der französischen Fremdenlegion dient, ist nach rund einem Monat Gefangenschaft seinen Bewachern entkommen. Nach Angaben örtlicher Behörden erreichte er am Samstagabend, dem 5. September, aus eigener Kraft eine Polizeistation in El Ejido, einem Ortsteil der Gemeinde Policarpa im südwestkolumbianischen Département Nariño. Unter Sicherheitsvorkehrungen wurde er anschließend nach Pasto ausgeflogen.
Melo Charry war am 6. August auf einer Landstraße in Nariño verschleppt worden. Einen Tag zuvor war er zu einem Urlaub in seiner Herkunftsregion eingetroffen. Das französische Verteidigungsministerium stellte gegenüber der Nachrichtenagentur Agence France-Presse klar, dass der Legionär kolumbianischer Staatsangehöriger ist und nicht die französische Staatsbürgerschaft besitzt. In ersten Berichten war er teilweise als französisch-kolumbianischer Soldat bezeichnet worden.
Nach übereinstimmenden Berichten kolumbianischer Medien gelang Melo Charry die Flucht bereits vier Tage vor seiner Ankunft bei der Polizei. In dieser Zeit soll er allein durch das schwer zugängliche Gelände der Region gelangt sein. Einzelheiten zu seinem Fluchtweg oder dazu, wie er sich versorgte, sind bislang nicht bekannt. Französische Militärkreise teilten mit, der Korporal sei in Sicherheit und wohlauf. Wegen der Dauer seiner Gefangenschaft werde er gleichwohl ärztlich untersucht und überwacht.
Als mutmaßliche Entführer gilt die bewaffnete Gruppe Franco Benavides. Sie wird dem sogenannten Zentralen Generalstab zugerechnet, einer der bedeutenden Abspaltungen der früheren Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens. Die Gruppe hatte zuvor erklärt, den Korporal in ihrer Gewalt zu haben. Weil Melo Charry aktiver Angehöriger der französischen Streitkräfte ist, beschäftigte seine Entführung auch die Behörden beider Länder.
Nach seiner Ankunft auf der Polizeistation organisierten die kolumbianischen Sicherheitskräfte den Transport aus dem ländlichen Gebiet nach Pasto, der Hauptstadt Nariños. Dort kam Melo Charry in eine medizinische Einrichtung und traf Angehörige wieder. Die Behörden veröffentlichten zunächst keine weiteren Angaben zu den Bedingungen seiner Gefangenschaft oder zum genauen Ablauf der Entführung.
Nariño grenzt an Ecuador und gehört zu den kolumbianischen Regionen, in denen mehrere bewaffnete Gruppen um Einfluss und Einnahmen aus illegalen Geschäften ringen. Das zerklüftete Gelände und abgelegene Verkehrswege erschweren staatliche Kontrollen. Mit Melo Charrys Flucht ist die unmittelbare Ungewissheit über sein Schicksal beendet. Die Ermittlungen zur Entführung und zur Verantwortung der mutmaßlichen Täter dauern an.
Quellen
- Franceinfo
- TF1 Info mit Agence France-Presse
- Caracol Radio
- El Colombiano
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).