Brüssel – 10.09.2026: Belgische Ermittler haben gemeinsam mit Behörden aus Frankreich, Irland und den Niederlanden ein mutmaßliches Netzwerk im Pferdehandel ins Visier genommen. Bei einer grenzüberschreitenden Aktion am 8. und 9. September durchsuchten Einsatzkräfte insgesamt 24 Objekte. In Belgien wurden nach Angaben der Ermittler drei Menschen festgenommen; zwei von ihnen kamen in Untersuchungshaft.
Im Zentrum des Verdachts stehen Pferde, deren Identität und Vorgeschichte durch gefälschte Pässe oder veränderte Mikrochipdaten verschleiert worden sein könnten. Auf diese Weise sollen Tiere über Landesgrenzen hinweg weiterverkauft worden sein. Die Ermittler prüfen insbesondere, ob Pferde trotz ungeklärter Herkunft oder fehlender Zulassung in die Lebensmittelkette und damit zu Schlachtbetrieben gelangten.
An der Aktion waren den vorliegenden Angaben zufolge knapp 200 Polizeikräfte und Fachleute beteiligt. Die Durchsuchungen verteilten sich auf vier Standorte in Belgien, jeweils sieben in Frankreich und den Niederlanden sowie sechs in Irland. Mehr als 1.000 Pferde wurden kontrolliert. Die Behörden beschlagnahmten Unterlagen und elektronische Daten, die nun ausgewertet werden.
Europol unterstützte die beteiligten Staaten beim Informationsaustausch, mit Analysen und bei der operativen Koordinierung. Die belgischen Behörden führen das Verfahren. Sie wollen klären, wer für die mutmaßlichen Fälschungen verantwortlich ist, wie weit die Handelswege reichten und ob Tiere unter falscher Identität an weitere Händler, Käufer oder Schlachtbetriebe vermittelt wurden.
Für den europäischen Pferdehandel ist die eindeutige Identifizierung eines Tieres von zentraler Bedeutung. Pferdepässe und elektronische Kennzeichnungen dokumentieren, um welches Tier es sich handelt, welche medizinischen Behandlungen vermerkt sind und ob es für den menschlichen Verzehr zugelassen ist. Werden Angaben manipuliert, kann die vorgeschriebene Rückverfolgbarkeit unterbrochen werden. Das erschwert veterinärrechtliche Kontrollen und kann dazu führen, dass Behörden Herkunft und Behandlungsstatus eines Pferdes nicht mehr zuverlässig beurteilen können.
In Frankreich waren Fachermittler bereits in früheren, eigenständigen Verfahren gegen vergleichbare Praktiken vorgegangen. Dabei ging es ebenfalls um den Verdacht, dass Pferde ohne Zulassung für die Schlachtung durch falsche Identifizierungsdaten in den entsprechenden Handelsweg gebracht worden waren. Diese früheren Fälle belegen jedoch keine Schuld der nun Beschuldigten.
Der Handel mit Pferden überschreitet häufig nationale Grenzen und umfasst Halter, Händler, Transporteure und Schlachtbetriebe. Deshalb müssen Dokumente und elektronische Kennzeichnungen bei jedem Eigentümer- oder Standortwechsel verlässlich einem Tier zugeordnet bleiben. Die Kontrollen in vier Ländern sollen nun Aufschluss darüber geben, an welchen Stationen die mutmaßlichen Manipulationen vorgenommen oder übersehen wurden.
Ob tatsächlich Fleisch der überprüften Pferde verkauft wurde und wie viele Tiere betroffen sein könnten, ist bislang offen. Die Behörden sprechen ausdrücklich von einem Verdacht. Gegen die Festgenommenen gilt die Unschuldsvermutung; zwei von ihnen befinden sich nach der Aktion in Untersuchungshaft.
Quellen
- Franceinfo, 10. September 2026
- The Brussels Times unter Berufung auf Europol, 10. September 2026
- Französisches Landwirtschaftsministerium, Hintergrund zu früheren Ermittlungen
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).