Cléon – 12.09.2026: Nach der Entgleisung eines Regionalzugs auf der Strecke zwischen Rouen und Caen prüfen die Ermittler, ob jemand vorsätzlich in den Bahnverkehr eingegriffen hat. Auf einem der Gleise wurde ein Schienenstück gefunden, das nach Angaben der Polizei wahrscheinlich mit dem Unfall zusammenhängt. Der Zug war am Freitagabend, 11. September, bei Cléon im Département Seine-Maritime entgleist.
Der Regionalzug war mit 186 Fahrgästen von Rouen nach Caen unterwegs. Der Unfall ereignete sich gegen 19.45 Uhr zwischen den Bahnhöfen Tourville und Elbeuf-Saint-Aubin, südlich von Rouen. Die Fahrt endete abrupt, mehrere Wagen sprangen aus den Gleisen. Rettungskräfte versorgten die Passagiere und brachten Verletzte in Krankenhäuser.
Nach dem am Samstag veröffentlichten Stand wurden 44 Menschen verletzt. Eine 18 Jahre alte Frau kam nach Behördenangaben mit einem Hubschrauber in das Universitätskrankenhaus Rouen. Belastbare Einzelheiten zum Zustand der übrigen Verletzten lagen zunächst nicht vor. Die neue Zahl korrigierte die erste Bilanz vom Freitagabend, als von etwa 20 Verletzten die Rede gewesen war.
Die Staatsanwaltschaft Rouen hält sich mit einer abschließenden Bewertung zurück. Als wichtigste Spur gilt derzeit das Schienenstück auf der Strecke. Ob es absichtlich dort platziert wurde, wie es auf das Gleis gelangte und ob es den Zug tatsächlich aus den Schienen hob, sollen technische und kriminalistische Untersuchungen klären.
Ein möglicher Sabotageakt ist damit bislang eine Ermittlungshypothese, kein nachgewiesener Tathergang. Sachverständige müssen unter anderem den Zustand der Strecke, die genaue Lage des Metallstücks und die Schäden am Zug auswerten. Auch die Abläufe unmittelbar vor der Entgleisung dürften rekonstruiert werden. Angaben zu Verdächtigen machte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht.
Am Unfallort koordinierten Präfektur, Feuerwehr, Polizei und Bahn die Rettung und Evakuierung. Verkehrsminister Philippe Tabarot hatte am Freitagabend von etwa 140 eingesetzten Feuerwehrleuten gesprochen. Die Bergung war aufwendig, weil der Zug außerhalb der nächsten Stationen zum Stehen gekommen war. Die Einsatzkräfte mussten die Reisenden aus den Wagen begleiten und Verletzte medizinisch betreuen.
Der Unfall betrifft eine wichtige Regionalverbindung in der Normandie. Neben den strafrechtlichen Ermittlungen steht deshalb die technische Sicherheit der Strecke im Fokus. Die Untersuchungen müssen klären, ob ein Defekt an der Infrastruktur vorlag oder ein Gegenstand von außen auf das Gleis gebracht wurde. Nach Angaben von Franceinfo verzeichnet die französische Staatsbahn im Durchschnitt rund 2.500 Beschädigungen ihrer Anlagen pro Jahr. Einen Beleg dafür, dass der Vorfall bei Cléon zu dieser Kategorie gehört, gibt es bislang nicht.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Staatsanwaltschaft Rouen über Actu17
- RTL Frankreich
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).