Paris – 24.09.2026: Die katholische Kirche in Frankreich verzeichnet einen starken Anstieg der Erwachsenentaufen. Nach Angaben der Französischen Bischofskonferenz wurden 2026 landesweit 13.234 Erwachsene getauft. Das waren 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor zehn Jahren hatte die Kirche lediglich 4.124 Erwachsenentaufen gezählt.
Die Zahlen erfassen Menschen, die als Erwachsene bewusst um die Aufnahme in die katholische Kirche bitten. Der Taufe geht gewöhnlich eine längere Vorbereitung voraus, der sogenannte Katechumenat. Dieser Weg erstreckt sich über mehrere Monate oder Jahre und umfasst Gespräche über Glauben und kirchliches Leben. Die Taufen finden traditionell in der Osternacht statt. Der Zuwachs ist daher kein kurzfristiger Effekt des bevorstehenden Papstbesuchs, sondern Teil einer Entwicklung, die sich seit mehreren Jahren beobachten lässt.
Bemerkenswert ist vor allem das Alter der Taufbewerber. Nach der kirchlichen Erhebung bilden die 18- bis 25-Jährigen inzwischen eine größere Gruppe als die 26- bis 40-Jährigen. Noch 2020 war das Verhältnis umgekehrt: Damals gab es unter den 26- bis 40-Jährigen etwa doppelt so viele Bewerber wie unter den jüngeren Erwachsenen. Frauen beantragen die Taufe in fast allen Altersgruppen häufiger als Männer.
Auch das soziale Profil ist breiter, als es die Vorstellung einer vorwiegend bürgerlichen Hinwendung zur Religion nahelegt. Der Anteil der Studierenden ist deutlich gewachsen; fünf Jahre zuvor hatte er noch bei 17 Prozent gelegen. Beschäftigte aus Arbeiter-, Angestellten- und technischen Berufen bilden jedoch weiterhin die größte Gruppe. Die Mehrheit kommt aus Familien mit christlicher Tradition. Zugleich wächst seit Jahren der Anteil der Bewerber ohne bekannte religiöse Prägung.
Der Anstieg vollzieht sich vor dem Hintergrund einer geschwächten Institution. Die regelmäßige kirchliche Praxis ist zurückgegangen, vielerorts fehlen Priester, und die Aufarbeitung sexueller Gewalt belastet die katholische Kirche weiterhin. Die Bischofskonferenz legt deshalb besonderen Wert auf die Begleitung nach der Taufe. Viele Pfarreien reagieren auf die steigende Nachfrage, indem sie ihre bislang häufig individuelle Vorbereitung um Gruppenangebote für Katechumenen und Neugetaufte ergänzen.
Papst Leo XIV. besucht Frankreich vom 25. bis 28. September 2026. Stationen der Reise sind Paris, Lourdes und Metz. Für den 26. September ist im Institut Catholique de Paris ein Treffen mit Katechumenen und Neugetauften vorgesehen. Die Entwicklung erhält damit einen sichtbaren Platz im päpstlichen Programm.
Der Staat behandelt die Reise zugleich als Großereignis der öffentlichen Sicherheit. Nach Angaben des Innenministeriums werden allein in Paris am 25. und 26. September 15.000 Sicherheitskräfte eingesetzt. Zu einer Messe an der Place de la Concorde und auf den Champs-Élysées erwarten die Behörden mehrere Hunderttausend Menschen.
Quellen
- Franceinfo: Neue Erwachsenentaufen in Frankreich
- Französische Bischofskonferenz: Erhebung zum Katechumenat 2026
- Französisches Innenministerium: Sicherheitsvorkehrungen für den Papstbesuch
- Vatican News: Programm der apostolischen Reise von Papst Leo XIV.
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).