Paris – 14.09.2026: Mit "Les Contrebandiers" kommt am 16. September ein raues Abenteuerdrama in die französischen Kinos, das seine Figuren durch Schlamm, Wald und moralische Abgründe führt. Regisseur Padraic McKinley bringt Ethan Hawke und Russell Crowe in einer Geschichte zusammen, die 1933 in Oregon spielt: Die Weltwirtschaftskrise hat Familien auseinandergerissen und Menschen in Abhängigkeiten gezwungen.
Hawke spielt Samuel Murphy, der nach dem Tod seiner Frau von seiner kleinen Tochter getrennt und in ein erbarmungslos geführtes Arbeitslager gebracht wird. Der von Crowe verkörperte Lageraufseher Clancy bietet ihm ein Geschäft an: Freiheit gegen den Transport einer Goldladung durch gefährliches Gelände. Was als Aussicht auf Flucht beginnt, wird zur strapaziösen Expedition. Das Misstrauen zwischen den Männern wiegt dabei ebenso schwer wie ihre Fracht.
Der französische Titel benennt die Schmuggler, doch der Originaltitel "The Weight", auf Deutsch "Das Gewicht", trifft den Grundton genauer. Gemeint ist mehr als das Gold. Murphy trägt den Verlust seiner Frau, die Sorge um seine Tochter und die Gewalt einer Gesellschaft mit sich, in der ein Lageraufseher über Freiheit und Zukunft entscheiden kann. So erhält die Abenteuergeschichte einen ernsten, beinahe elegischen Unterton.
Die Besetzung bildet die größte Stärke des Films. Hawke verleiht Murphy keine glatte Heldenpose, sondern die müde Entschlossenheit eines Mannes, dem kaum noch eine Wahl bleibt. Crowe versieht Clancy mit einer schwer lesbaren Mischung aus Autorität, Spott und Bedrohlichkeit. Julia Jones gehört als Anna ebenfalls zum Ensemble.
Franceinfo hebt das Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller hervor, beurteilt McKinleys Regie jedoch zurückhaltender. Dem Film werden Spannung und eine wirkungsvolle Ausgangslage bescheinigt; zugleich entfalte die Inszenierung nicht durchgehend jene Kraft, die der Stoff verspreche. Gerade das Überlebenskino ist auf Rhythmus und präzise geführte Bilder angewiesen: Fehlt ihnen der Sog, bleibt selbst eine feindselige Landschaft auf Distanz.
McKinley gibt mit dem Film sein Langfilmdebüt und knüpft an die robuste Abenteuer- und Thrillertradition der siebziger Jahre an. Gedreht wurde nicht im Nordwesten der Vereinigten Staaten, sondern in Bayern. Regen, Flüsse und Wälder stehen dort für Oregon ein. Die Landschaft dient nicht als schmückende Kulisse, sondern als Widerstand, der die Menschen klein erscheinen lässt und jeden Schritt erschwert.
Beim Festival des amerikanischen Films in Deauville war "Les Contrebandiers" bereits Anfang September zu sehen. Nun startet das 115 Minuten lange Abenteuerdrama regulär in Frankreichs Kinos.
Quellen
- Franceinfo Kulturredaktion
- Festival du Cinéma Américain de Deauville
- SND Films
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).