Brüssel – 20.06.2026: Die französische EU-Abgeordnete Nathalie Loiseau hat eine Resolution im Europäischen Parlament eingebracht, die die Verhängung individueller Sanktionen der Europäischen Union gegen Xenia Fedorova fordert. Fedorova, ehemalige Direktorin von RT France, wird vorgeworfen, russische Propaganda zu verbreiten und die Interessen des Kremls in Frankreich zu vertreten.
In ihrer Initiative betont Loiseau, dass Fedorova "sehr genau" dem Profil russischer Propagandisten entspreche. Sie verweist auf Fedorovas regelmäßige Auftritte in den Medien des Bolloré-Konzerns, insbesondere auf CNews, wo sie die offizielle Linie Moskaus zur Ukraine und zur EU verbreite. Loiseau kritisiert, dass die Verbreitung solcher Narrative die Desinformation des Kremls in Europa verstärke.
Die Resolution wurde von 25 weiteren Abgeordneten der Fraktion Renew Europe unterstützt. In einem Schreiben an die Präsidenten des Europäischen Rates und der Europäischen Kommission fordern sie die Aufnahme Fedorovas in die EU-Sanktionsliste. Sie argumentieren, dass Fedorova für die Verbreitung manipulativer Narrative über den Ukraine-Konflikt und die EU verantwortlich sei.
Fedorova leitete RT France von 2017 bis 2022 und wechselte nach der Schließung des Senders im März 2022 zum Medienimperium von Vincent Bolloré. Dort moderiert sie auf den Sendern CNews und CStar verschiedene Programme, darunter "L'Heure Inter" und "Lumières orthodoxes". Im Jahr 2025 veröffentlichte sie das Buch "Bannie", in dem sie die französischen Behörden beschuldigt, sie zum Schweigen bringen zu wollen, und die Darstellung des Ukraine-Kriegs als russische Aggression infrage stellt.
Die französische Regierung hat Fedorova mehrfach kritisiert. Außenminister Jean-Noël Barrot bezeichnete sie als "vollwertige Propagandistin", die Desinformation zugunsten des Kremls verbreite. Er betonte, dass solche Inhalte die Propaganda von Präsident Wladimir Putin unterstützten.
Die EU hat bereits im Januar 2026 Sanktionen gegen sechs Personen verhängt, darunter bekannte Fernsehmoderatoren und Propagandisten, die wegen der Verbreitung von Desinformationen über den Ukraine-Konflikt und der Unterstützung des russischen Regimes auf die Sanktionsliste gesetzt wurden.
Mit der aktuellen Initiative wollen Loiseau und ihre Kollegen die EU-Politik gegen russische Desinformation verschärfen und die Verbreitung von Propaganda innerhalb der Union eindämmen. Die Entscheidung über die Aufnahme Fedorovas in die Sanktionsliste liegt nun bei den zuständigen EU-Institutionen.
Die Debatte um Fedorovas Rolle in den französischen Medien sowie ihre Verbindungen zum Kreml wirft auch Fragen zur Medienfreiheit und zur journalistischen Verantwortung auf. Während einige ihre Arbeit als legitimen Journalismus ansehen, warnen andere vor den Gefahren für die öffentliche Meinungsbildung und die demokratischen Werte in Europa. Dieser Fall verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen die EU im Umgang mit Desinformation und Propaganda steht, und unterstreicht die Bedeutung einer kohärenten europäischen Strategie zur Sicherung der Informationsfreiheit bei gleichzeitiger Abwehr ausländischer Einflussnahme.
Quellen
- Euronews
- Agence Europe
- Consilium EU
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).