Wirtschaft

Europäische Zentralbank erhöht die Leitzinsen erneut

Die Europäische Zentralbank hebt ihre drei Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte an. Neue Kredite könnten dadurch auch in Frankreich teurer werden.

Berlin – 10.09.2026: Die Europäische Zentralbank hat ihre drei Leitzinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der Zinssatz für Einlagen der Banken bei der Zentralbank steigt am 16. September auf 2,50 Prozent. Der Hauptrefinanzierungssatz wird auf 2,65 Prozent und der Satz für Spitzenrefinanzierungen auf 2,90 Prozent angehoben. Der Beschluss fiel bei der Ratssitzung in Berlin.

Die Währungshüter begründen den Schritt mit anhaltendem Inflationsdruck. Nach Einschätzung der Zentralbank treibt der Konflikt im Nahen Osten die Preise weiter an, vor allem über die Energiekosten. Die Institution erwartet für 2026 eine durchschnittliche Inflation von 3,0 Prozent, für 2027 von 2,5 Prozent und für 2028 von 2,1 Prozent. Ihr mittelfristiges Inflationsziel liegt bei 2 Prozent.

Für Haushalte in Frankreich betrifft die Entscheidung vor allem neue oder variabel verzinste Kredite. Höhere Leitzinsen verteuern tendenziell die Finanzierung der Banken. Diese Kosten können die Institute über ungünstigere Konditionen für Immobilien- und Konsumentenkredite weitergeben. Bereits abgeschlossene Darlehen mit festem Zinssatz ändern sich durch den Beschluss dagegen nicht automatisch, da ihre Konditionen vertraglich festgelegt sind.

Wie schnell Banken ihre Angebote anpassen, hängt von den Finanzierungskosten am Markt, dem Wettbewerb zwischen den Instituten und den Erwartungen an die weitere Geldpolitik ab. Die Banque de France weist darauf hin, dass geldpolitische Entscheidungen die Wirtschaft erst mit Verzögerung erreichen. Ein Anstieg um 0,25 Prozentpunkte muss deshalb nicht in derselben Höhe bei jedem Kreditangebot ankommen. Neben dem Leitzins fließen etwa Laufzeit, Eigenkapital, Einkommen und Ausfallrisiko in die Kalkulation ein.

Für Unternehmen steigt das Risiko höherer Kosten bei neuen Investitions- und Betriebsmittelkrediten. Das kann Anschaffungen, Bauvorhaben oder Einstellungen bremsen, wenn sich deren Finanzierung nicht mehr rechnet. Besonders betroffen sind Betriebe, die regelmäßig kurzfristige Kredite benötigen oder in den kommenden Monaten bestehende Verbindlichkeiten ablösen müssen. Die Zentralbank nimmt diese dämpfende Wirkung in Kauf: Eine geringere Kreditnachfrage und schwächere Ausgaben sollen den Preisauftrieb begrenzen.

Zugleich beurteilt die Europäische Zentralbank die Konjunktur im Euroraum widerstandsfähiger als noch im Juni. Ihre neue Grundannahme sieht für 2026 ein Wachstum von 0,9 Prozent vor, für 2027 von 1,4 Prozent und für 2028 von 1,5 Prozent. Die Prognosen sind wegen der Energiepreise und der geopolitischen Lage jedoch mit erheblichen Unsicherheiten verbunden.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde legte sich nicht auf einen festen Kurs für die nächsten Sitzungen fest. Der Rat will weitere Beschlüsse von den neuen Inflations-, Finanz- und Konjunkturdaten abhängig machen. Die höheren Zinssätze treten am 16. September 2026 in Kraft.

Quellen

  • Franceinfo: Folgen der Leitzinserhöhung für Frankreich
  • Europäische Zentralbank: Geldpolitische Beschlüsse vom 10. September 2026
  • Banque de France: Übertragung der Geldpolitik

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).