Saint-Pierre-lès-Elbeuf – 21.09.2026: Bei einer Explosion im Chemiebetrieb Pharmasynthèse SA ist am Montagnachmittag ein Mitarbeiter schwer verletzt worden. Der Mann erlitt schwere Verbrennungen und wurde nach Angaben der Rettungskräfte mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik gebracht. Das Werk liegt in Saint-Pierre-lès-Elbeuf südlich von Rouen im Département Seine-Maritime.
Der Unfall ereignete sich gegen 16.15 Uhr in einem Arbeitsbereich des Unternehmens. Nach ersten Angaben waren zwei Beschäftigte mit Wartungsarbeiten an einer Anlage befasst und gingen dabei mit chemischen Stoffen um. Offenbar löste eine chemische Reaktion zunächst eine Explosion und anschließend einen Brand aus. Wie es dazu kam, war am Montagabend noch ungeklärt.
Rund 40 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um das Feuer vollständig zu löschen und das Gelände abzusichern. Die übrigen Beschäftigten mussten das Werk verlassen. Weitere Verletzte wurden nach dem bislang bekannten Stand nicht gemeldet. Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung ordneten die Behörden nicht an.
Die Präfektur von Seine-Maritime sprach nach ersten Erkenntnissen von einem Ereignis, das auf das Betriebsgelände begrenzt geblieben sei. Eine Gefahr für Anwohner oder benachbarte Gemeinden sei nicht festgestellt worden. Auch aus dem Rathaus hieß es, der Brand sei rasch eingedämmt worden. Hinweise auf schädliche Ausdünstungen außerhalb des Werks lagen demnach nicht vor.
Pharmasynthèse SA stellt chemische Ausgangsstoffe für die Pharma- und Kosmetikindustrie her. Am Standort an der Rue Gravetel arbeiten nach Angaben des Unternehmens und öffentlichen Registerdaten mehrere Dutzend Menschen. Die Anlage ist als Seveso-Betrieb der unteren Klasse eingestuft. Diese Kategorie erfasst Industrieanlagen, in denen gefährliche Stoffe in festgelegten Mengen gelagert oder verarbeitet werden. Für sie gelten besondere Vorschriften zur Verhütung schwerer Unfälle und zur Begrenzung möglicher Folgen.
In der staatlichen Datenbank Géorisques wird der Standort als genehmigungspflichtige Industrieanlage geführt. Die Aufsicht liegt bei der Regionaldirektion für Umwelt, Raumplanung und Wohnen der Normandie. In der Datenbank ist eine Inspektion vom 8. April 2026 verzeichnet. Eine frühere behördliche Anordnung zu Untersuchungen flüchtiger organischer Verbindungen wurde Medienberichten zufolge im Juni aufgehoben. Ein Zusammenhang zwischen diesem Vorgang und der Explosion ist nicht belegt.
Nach der Versorgung des Verletzten konzentrierte sich der Einsatz auf die Sicherung des betroffenen Arbeitsbereichs. Die zuständigen Stellen müssen nun den Ablauf der Wartungsarbeiten, die beteiligten Stoffe und die technischen Einrichtungen untersuchen. Ihre Ermittlungen sollen klären, wodurch die chemische Reaktion ausgelöst wurde und weshalb daraus eine Explosion mit anschließendem Brand entstand.
Quellen
- Franceinfo
- RTL
- Géorisques
- DREAL Normandie
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).