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Falsche Gesundheitspässe: Warum sie so gefährlich sind

Der Betrug mit gefälschten Gesundheitspässen hat zugenommen, seit die Regierung die Vorschriften rund um die Impfung gegen Covid-19 verschärft hat. Etwa 110.000 gefälschte Gesundheitspässe sollen im Umlauf sein. Sie stellen ein hohes Risiko nicht nur für ihre Inhaber, sondern auch das Gesundheitspersonal und die Behörden dar. Obwohl mehr als 51 Millionen Franzosen inzwischen eine vollständige…

Der Betrug mit gefälschten Gesundheitspässen hat zugenommen, seit die Regierung die Vorschriften rund um die Impfung gegen Covid-19 verschärft hat. Etwa 110.000 gefälschte Gesundheitspässe sollen im Umlauf sein. Sie stellen ein hohes Risiko nicht nur für ihre Inhaber, sondern auch das Gesundheitspersonal und die Behörden dar.

Obwohl mehr als 51 Millionen Franzosen inzwischen eine vollständige Impfung gegen Covid-19 haben, gibt es immer noch Zehntausende von Unverbesserlichen. Sie sind gegen die Impfung, wollen aber Zugang zu Orten haben, an denen sie den Gesundheitspass vorzeigen müssen, und haben sich deshalb dafür entschieden, sich einen gefälschten Gesundheitspass zu kaufen.

Nach Angaben des Innenministeriums sind in Frankreich derzeit etwa 110.000 gefälschte Gesundheitspässe im Umlauf. Die Fälschungen werden zwischen 200 und 500 Euro meist im Internet gekauft.

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Auch wenn der gefälschte Gesundheitspass wie ein Zugang zur Freiheit aussieht, stellt er doch eine grosse Gefahr für denjenigen dar, der ihn besitzt. Einen Gesundheitspass zu besitzen, heisst eigentlich, zwei oder drei Impfdosen erhalten zu haben. In Wirklichkeit ist die Person aber nie geimpft worden. Sie geht also das Risiko ein, sich anzustecken und sogar an schweren Formen von Covid-19 zu erkranken.

"Menschen, die mit vollständig geimpft sind und schwere Formen aufweisen, gibt es praktisch nicht", erklärt Eric Réau, Arzt in der Notaufnahme von Antibes im Departement Alpes-Maritimes, gegenüber dem Sender France Info.

Das Reisen mit einem gefälschten Gesundheitspass kann zur Verbreitung des Virus beitragen. In dieser Zeit der Pandemie hat jeder eine individuelle Rolle zu spielen, um Covid-19 und seine Varianten zu bremsen. "Das kann dramatische Auswirkungen haben", erklärt Pierre Ricordeau, Direktor der ARS Okzitanien, der die Inhaber von gefälschten Gesundheitspässen dazu aufruft, ihre Situation zu regularisieren.

Was riskiert der Besitzer eines gefälschten Gesundheitspasses?
Einem Käufer eines gefälschten Gesundheitspasses drohen theoretisch drei Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 45.000 €. Um die Besitzer dazu zu bewegen, sich impfen zu lassen und die Regeln einzuhalten, wünscht sich Olivier Véran "ein ein Reue-System, das es ermöglicht, auf eine Strafverfolgung zu verzichten", wie er bei einer Anhörung in der Nationalversammlung sagte. Diejenigen, die falsche Gesundheitspässe verbreiten, müssen mit einer viel höheren Strafe rechnen: 5 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 75.000 €.

Eine Verzögerung der Diagnose im Falle einer Erkrankung
Der gefälschte Gesundheitspass bedeutet auch einen Zeitverlust bei der Behandlung Erkrankter. Aïcha, eine 57-jährige Patientin, hatte aus "Angst vor Schweinereien im Impfstoff" einen falschen Gesundheitspass und starb im Krankenhaus von Garches (Hauts-de-Seine) an Covid-19. Die Ärzte konnten ihre schwere Atemwegserkrankung nicht verstehen und deshalb auch nicht richtig behandeln.

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Erst als sie der Patientin eine Blutprobe entnahmen, um ihren Antikörperspiegel zu ermitteln, wurde klar, dass sie nicht geimpft war. "Wir hätten ihr neutralisierende Antikörper verabreichen können, um das Risiko der Krankheit zu verringern", sagte Prof. Djillali Annane, Leiter der Intensivstation des Raymond-Poincaré-Krankenhauses in Garches (Hauts-de-Seine), der Zeitung Le Parisien.

Ein Problem für die Ordnungskräfte
Der Handel mit gefälschten Gesundheitspässen und die damit verbundenen Ermittlungen sind natürlich eine Resourcenverschwendung für die Polizei und die Gendarmerie auf Kosten anderer Ermittlungen. In ganz Frankreich laufen derzeit etwa 400 Ermittlungen wegen gefälschter Gesundheitspässe, und etwa 100 Personen wurden bereits festgenommen. Der Handel mit den Fälschungen trägt gleichzeitig dazu bei, dass die Gerichte überlastet werden.

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