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Fast Fashion aus Fernost: Droht nun das Aus für Billigimporte?

Der französische Markt wird derzeit von einer Welle günstiger Kleinstsendungen aus China überschwemmt. Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress bringen jeden Tag Tausende Pakete ins Land – meist unterhalb der Zollfreigrenze von 150 Euro. Diese Entwicklung ruft nicht nur heimische Einzelhändler auf den Plan, sondern auch die Politik. Doch was steckt hinter dem Vorstoß, diese…

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Der französische Markt wird derzeit von einer Welle günstiger Kleinstsendungen aus China überschwemmt. Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress bringen jeden Tag Tausende Pakete ins Land – meist unterhalb der Zollfreigrenze von 150 Euro. Diese Entwicklung ruft nicht nur heimische Einzelhändler auf den Plan, sondern auch die Politik.

Doch was steckt hinter dem Vorstoß, diese kleinen Pakete zu besteuern?

Billigmode auf Kosten der Fairness

Yann Rivoallan, Präsident der Fédération française du prêt-à-porter féminin (FFPAPF), bringt es auf den Punkt: „Das ist nur Show.“ Er meint die Pläne, kleine Warensendungen aus China zu besteuern. Seiner Meinung nach wird dies kaum etwas ändern, solange Anbieter wie Shein weiterhin in der Lage sind, ihre Waren zu Spottpreisen auf den europäischen Markt zu schleusen. Für ihn ist das Ganze ein reines Feigenblatt.

Rivoallan geht noch weiter: Er kritisiert nicht nur die ökonomischen Folgen dieser Importe, sondern auch die sozialen und ökologischen – von der Ausbeutung uigurischer Arbeitskräfte bis zur Umweltbelastung durch die Schnelllebigkeit der Fast Fashion.

Ein Viertel aller Pakete kommt aus China

Aktuelle Zahlen unterstreichen das Ausmaß: Rund jedes vierte Paket, das in Frankreich über La Poste verarbeitet wird, stammt von Plattformen wie Shein und Temu. Diese Pakete sind in der Regel so günstig, dass sie zollfrei bleiben. So wird der gesamte europäische Binnenmarkt unterwandert – während lokale Anbieter mit ihren höheren Kosten kaum noch mithalten können.

Das ist kein kleines Problem, sondern ein struktureller Nachteil.

Wirtschaftsminister Éric Lombard hat das Problem erkannt und angekündigt, Maßnahmen zu ergreifen. Ihm geht es dabei nicht nur um die wirtschaftliche Fairness, sondern auch um die Umweltfolgen: Schnell produzierte und ebenso schnell entsorgte Mode belastet das Klima erheblich.

Frankreich will vorpreschen – Brüssel zieht nach

Die EU plant zwar eine umfassende Reform der Einfuhrregelungen ab dem Jahr 2028 – aber Frankreich reicht das nicht. Schon ab 2026 sollen laut Lombard sogenannte „Bearbeitungsgebühren“ auf jedes Mini-Paket aus Drittländern erhoben werden. Der Clou: Diese Gebühren sollen direkt in die Stärkung der Zollkontrollen fließen. Ob damit allerdings ein echter Hebel gegen die Importflut entsteht?

Kleine Händler kämpfen ums Überleben

Während Mode-Riesen aus China weiter florieren, kämpfen lokale Geschäfte ums Überleben. Für viele ist es ein stilles Sterben – so nennt es zumindest die Abgeordnete Aurélie Trouvé von der Partei LFI. Die kleinen Boutiquen verschwinden leise, aber stetig aus den Innenstädten.

Der Vorwurf: Diese Billigimporte unterlaufen nicht nur den fairen Wettbewerb, sondern auch europäische Sicherheits- und Umweltstandards. Viele der Artikel sind billig – aber nicht unbedingt sicher.

Und mal ehrlich: Wer denkt beim Klick auf den Bestellknopf schon an solche Details?

Symbolpolitik oder echter Wandel?

Die Debatte um die Besteuerung chinesischer Kleinsendungen ist ein Spiegelbild der Herausforderungen unserer globalisierten Wirtschaft. Mode wird in rasantem Tempo konsumiert – oft ohne Rücksicht auf Herstellung, Herkunft oder Folgen. Was fehlt, ist eine umfassende Strategie.

Allein eine Steuer wird das Problem nicht lösen.

Nötig wären europaweit einheitliche Regeln, verstärkte Zollprüfungen und mehr Transparenz über die Herkunft der Produkte. Dazu kommt ein kultureller Wandel: Wer bewusst konsumiert, gibt auch kleineren Anbietern eine Chance.

Aber bis es so weit ist, bleibt die Frage: Wie lange kann sich der lokale Handel noch halten?

Catherine H.

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