Paris – 02.10.2026: Wenn Schülerinnen und Schüler in Frankreich über ausgefallene Stunden und heruntergekommene Räume klagen, beschreiben sie ihren Alltag: einen Kurs, der ohne Vertretung entfällt, mehrfach geänderte Stundenpläne und Gebäude, deren Sanierung lange auf sich warten lässt. Eine am Freitag veröffentlichte Bestandsaufnahme von Franceinfo vergleicht diese Beschwerden mit amtlichen Daten und Berichten.
Die jüngste Statistik stützt vor allem die Kritik an fehlenden Vertretungen. Im öffentlichen Sekundarbereich, also an Collèges und Lycées, wurden im Schuljahr 2024/2025 insgesamt 9,8 Prozent der vorgesehenen Unterrichtszeit nicht erteilt. Davon entfielen 7,5 Prozentpunkte auf die Abwesenheit von Lehrkräften, für die kein Ersatz bereitstand. Nach Angaben der Statistikabteilung des Bildungsministeriums entspricht dies 15,4 Millionen Unterrichtsstunden.
Gegenüber dem vorherigen Schuljahr stieg der gesamte Unterrichtsausfall um 0,7 Prozentpunkte. Das Ministerium führt den Anstieg vor allem auf zusätzliche Tage zurück, an denen Schulen vollständig geschlossen blieben. Der Anteil der wegen fehlender Vertretungen ausgefallenen Stunden blieb hingegen nahezu stabil. Der landesweite Durchschnitt verdeckt zudem erhebliche Unterschiede: In den zehn Prozent der am stärksten betroffenen Einrichtungen gingen mehr als 15 Prozent der vorgesehenen Unterrichtsstunden verloren.
Für kurzfristige Abwesenheiten gelten eigene Regeln. Ausfälle von weniger als 15 Tagen sollen an Collèges und Lycées durch schulinterne Vertretungen aufgefangen werden. Die Schulleitungen müssen dafür jährlich Organisationspläne erstellen. Die Statistik belegt jedoch, dass diese Vorgabe den Verlust an Unterrichtszeit vielerorts nicht verhindert. Für Jugendliche reißen solche Ausfälle Lücken in den Lernstoff; für Schulen erschweren sie eine verlässliche Stundenplanung.
Der bauliche Zustand lässt sich weniger einheitlich erfassen. Für Bau, größere Renovierungen und den Unterhalt der Lycées sind die Regionen zuständig. Prüfberichte und Investitionsprogramme dokumentieren erheblichen Sanierungsbedarf. Der regionale Rechnungshof hatte bei einer Bestandsaufnahme in der Île-de-France zahlreiche Bereiche der Schulgebäude als mittelmäßig oder schlecht bewertet.
Gleichzeitig werden Schulen renoviert. Die Region Île-de-France führte für 2025 umfassende Arbeiten an mehreren Lycées in Paris und den Vororten auf, darunter Jacques-Decour, François-Villon, Fresnel und Voillaume. Solche Vorhaben können Mängel vor Ort beheben, doch zwischen Planung, Finanzierung und Fertigstellung liegen häufig Jahre.
Die verfügbaren Daten stützen somit einen wesentlichen Teil der Schülerkritik. Einen einheitlichen Nachweis, dass sich sämtliche Lycées seit zehn Jahren fortlaufend verschlechtert haben, liefern sie nicht. Belegt ist aber, dass im Schuljahr 2024/2025 fast jede zehnte vorgesehene Unterrichtsstunde im öffentlichen Sekundarbereich nicht erteilt wurde.
Quellen
- Franceinfo
- Statistikabteilung des französischen Bildungsministeriums
- Französisches Bildungsministerium
- Regionaler Rechnungshof der Île-de-France
- Region Île-de-France
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).