Umwelt

Ferienorte liefern Wasser für Obstbauern in den Pyrenäen

In Argelès-sur-Mer wird gereinigtes Abwasser aus einem stark vom Tourismus geprägten Küstengebiet zur Bewässerung von Weinbergen und Obstplantagen genutzt. Bis zu 60 landwirtschaftliche Betriebe können von der zusätzlichen Wasserquelle profitieren.

Argelès-sur-Mer – 02.08.2026: In den Pyrénées-Orientales fließt ein Teil des gereinigten Abwassers aus den Ferienorten der Mittelmeerküste inzwischen auf Weinberge und Obstplantagen. Die Gemeindevereinigung Albères-Côte Vermeille-Illibéris lässt das Wasser aus der Kläranlage von Argelès-sur-Mer zusätzlich aufbereiten und über ein eigenes Leitungsnetz an landwirtschaftliche Betriebe verteilen. Das Projekt läuft seit April 2026 und entfaltet gerade während der sommerlichen Hochsaison seinen besonderen Nutzen.

Das Versorgungsgebiet umfasst nach Angaben der Gemeindevereinigung 15 Kommunen mit rund 56.000 dauerhaft dort lebenden Menschen. Im Sommer kann die Einwohnerzahl durch Urlaubsgäste auf bis zu 200.000 steigen. Mit dem Tourismus wächst auch die Abwassermenge. Ein Teil davon wird nach der Reinigung nun nicht mehr in die Umwelt abgegeben, sondern für die Bewässerung nutzbar gemacht.

Die Anlage wurde am 20. Juni 2026 offiziell eingeweiht. Nach Angaben des beteiligten Unternehmens Veolia handelt es sich um die derzeit größte französische Einrichtung zur Wiederverwendung gereinigten Abwassers in der Landwirtschaft. Rund 60 Betriebe können Wasser aus dem System beziehen. Es ist vor allem für Reben und Aprikosenplantagen vorgesehen, die für die Landwirtschaft im Roussillon von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung sind.

Für die Verteilung entstand ein etwa 17 Kilometer langes Leitungsnetz. Pro Jahr soll die Anlage bis zu 1,2 Millionen Kubikmeter aufbereitetes Wasser liefern. Die Betriebe können damit einen Teil ihres Bedarfs decken, ohne dafür in gleichem Umfang Trinkwasser oder andere örtliche Ressourcen in Anspruch zu nehmen. Verwendung, Wasserqualität und Bewässerungsverfahren unterliegen behördlichen Vorgaben und regelmäßigen Kontrollen.

Die zusätzliche Quelle ist für das Département besonders wertvoll. Die Pyrénées-Orientales litten in den vergangenen Jahren wiederholt unter ausgeprägter Trockenheit und knappen Wasserreserven. Der französische Staat begann deshalb im Mai 2024 gemeinsam mit lokalen Akteuren ein Programm, das die Wasserversorgung widerstandsfähiger machen soll. Dazu gehören Einsparungen, die Verringerung von Leitungsverlusten, Anpassungen der kommunalen Versorgung und die Wiederverwendung von Abwasser.

In Frankreich ist dieses Verfahren bislang weniger verbreitet als in mehreren südeuropäischen Staaten. Das staatliche Fachinstitut Cerema verweist auf gesetzliche Vereinfachungen aus dem Jahr 2023, die entsprechende Vorhaben erleichtern sollen. Die hygienischen und ökologischen Anforderungen bleiben dennoch hoch: Vor der landwirtschaftlichen Nutzung muss das gereinigte Wasser weiterbehandelt werden; seine Qualität wird fortlaufend überwacht.

Das System macht aus der saisonalen Belastung der Kläranlage eine zusätzliche Ressource für die Landwirtschaft. Es kann weder fehlenden Regen ausgleichen noch eine umfassende Sparpolitik ersetzen, aber örtliche Entnahmen begrenzen. Die ersten angeschlossenen Betriebe erhalten das Wasser seit Beginn der Bewässerungssaison 2026.

Quellen

  • Franceinfo
  • Präfektur der Pyrénées-Orientales
  • Veolia Water Technologies
  • Cerema

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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