Paris – 01.10.2026: Frankreichs Bildungsminister Édouard Geffray hat nach gewaltsamen Vorfällen bei Blockaden von Lyzeen angeordnet, den Unterricht an gefährdeten Standorten vorübergehend aus der Ferne abzuhalten. Das gilt für Schulen, an denen Blockaden oder Beschädigungen einen sicheren Empfang der Schülerinnen und Schüler verhindern. Trotz der Auseinandersetzungen müsse der Unterricht fortgesetzt werden, erklärte Geffray.
Der Minister warf gewaltbereiten Beteiligten vor, die Schülerbewegung für ihre Zwecke zu vereinnahmen. Nach Angaben von Franceinfo bezifferte er die Zahl der allein am 1. Oktober verletzten Angehörigen des Bildungswesens auf 65 Beschäftigte und 170 Schülerinnen und Schüler. Für den 2. Oktober kündigte er die Schließung von 400 Einrichtungen an. Wo möglich, soll der Unterricht digital stattfinden.
In der Region Île-de-France waren am Donnerstag nach Behördenangaben mehr als 200 Lyzeen von Störungen betroffen. An rund 50 Einrichtungen kam es demnach zu gewaltsamen Zwischenfällen. Die Mobilisierung hatte etwa eine Woche zuvor begonnen und sich auf mehrere Regionen ausgeweitet. Vereinzelt schlossen sich auch Studierende den Protesten an.
Besonders angespannt war die Lage im südfranzösischen Département Bouches-du-Rhône. Die Präfektur und das Rektorat von Aix-Marseille beschlossen, mehr als 40 Schulen am Freitag nicht für den Präsenzunterricht zu öffnen. Am Donnerstag waren dort nahezu ein Drittel der Lyzeen von den Protesten betroffen. Der Wechsel zum Fernunterricht soll verhindern, dass Schülerinnen und Schüler sowie Beschäftigte an blockierten oder beschädigten Einrichtungen gefährdet werden.
Auch aus anderen Landesteilen wurden Angriffe und Sachbeschädigungen gemeldet. In Auchel im Département Pas-de-Calais wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft Béthune ein Schulleiter durch einen Feuerwerkskörper gefährdet, der in seiner Nähe explodierte. Bereits in den Tagen zuvor hatten Behörden über verletzte Lehrkräfte und Bedrohungen gegen Mitglieder von Schulleitungen berichtet.
Geffray unterschied zwischen dem Recht Jugendlicher, ihre Forderungen öffentlich zu vertreten, und gewaltsamen Handlungen an Schulen. Blockaden, bei denen Menschen verletzt oder Gebäude beschädigt würden, seien nicht vom legitimen Protest gedeckt. Ob vollständig geschlossen, digital unterrichtet oder ein eingeschränkter Präsenzbetrieb aufrechterhalten wird, entscheiden die Verantwortlichen nach der Sicherheitslage am jeweiligen Standort.
Für Freitag, den 2. Oktober 2026, hat der Bildungsminister Vertreterinnen und Vertreter der Schülerorganisationen zu Gesprächen eingeladen. Zugleich müssen die regionalen Bildungsbehörden den Betrieb Hunderter Einrichtungen neu organisieren. Nach Geffrays Angaben bleiben 400 Schulen an diesem Tag geschlossen.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- TF1 Info
- Ministerium für nationale Bildung Frankreichs
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).