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Ferrero investiert 95 Millionen Euro in Nutella-Megafabrik: Frankreich als strategischer Schlüsselmarkt

In der Normandie rührt sich was – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Der italienische Süßwarenriese Ferrero hat angekündigt, satte 95 Millionen Euro in seine französischen Standorte zu investieren. Im Mittelpunkt steht die Modernisierung der weltgrößten Nutella-Produktionsstätte im normannischen Villers-Écalles bei Rouen. Gleichzeitig entstehen zwei neue Logistikzentren in der Region. Das Ganze passiert passenderweise…

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In der Normandie rührt sich was – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Der italienische Süßwarenriese Ferrero hat angekündigt, satte 95 Millionen Euro in seine französischen Standorte zu investieren. Im Mittelpunkt steht die Modernisierung der weltgrößten Nutella-Produktionsstätte im normannischen Villers-Écalles bei Rouen. Gleichzeitig entstehen zwei neue Logistikzentren in der Region. Das Ganze passiert passenderweise kurz vor dem Wirtschafts-Event „Choose France“ im Schloss Versailles – ein klares Signal an internationale Investoren.

Die größte Nutella-Fabrik der Welt wird noch besser

30 Millionen Euro fließen direkt in die Optimierung der Produktionsanlagen in Villers-Écalles. Täglich verlassen rund 600.000 Gläser Nutella und 2,5 Millionen Kinder-Bueno-Riegel die Bänder dieser gigantischen Fabrik – jetzt soll sie noch effizienter und nachhaltiger werden.

Geplant sind unter anderem der Austausch alter Produktionslinien und bessere Wärmedämmung. Damit setzt Ferrero auf eine grünere Produktion, ganz im Sinne der klimafreundlichen Industriepolitik. In Zeiten wachsender Umweltanforderungen – ein kluger Schritt, der nicht nur Imagepunkte bringt, sondern langfristig auch Kosten senken kann.

Zwei neue Logistikzentren für schnellere Wege

Ein weiteres Herzstück der Investition: Zwei neue Lagerhäuser – eins in Cléon im Süden von Rouen für 33 Millionen Euro, das andere in Barentin im Norden für 32 Millionen Euro. Zusammen schaffen sie Platz für 60.000 zusätzliche Paletten. Das bedeutet: kürzere Wege, schnellere Lieferungen, weniger Engpässe. Genau das, was der europäische Lebensmittelmarkt braucht.

Angesichts steigender Nachfrage nach Ferrero-Produkten schafft diese Erweiterung mehr Flexibilität – besonders in der vernetzten Welt, in der Geschwindigkeit ein echter Wettbewerbsvorteil ist.

Frankreich bleibt Ferreros Herzensangelegenheit

Warum aber gerade Frankreich?

Nicht nur, weil dort die weltgrößte Nutella-Fabrik steht. Sondern auch, weil Frankreich laut EY-Studie zum fünften Mal in Folge als attraktivstes Land Europas für ausländische Investoren gilt. Das „Choose France“-Forum bringt jährlich Größen der Weltwirtschaft zusammen – Ferreros Engagement kommt da wie gerufen.

Das Unternehmen selbst spricht davon, Frankreich zum „strategischen Wachstumspfeiler“ in Europa machen zu wollen. Hinter dieser Formulierung steckt mehr als PR: Mit etwa 1.000 Mitarbeitenden allein in der Normandie und insgesamt rund 1.500 Beschäftigten im ganzen Land ist Ferrero bereits stark verankert. Und der Ausbau könnte indirekt noch viele weitere Jobs bringen – etwa im Transport oder in der technischen Wartung.

Nutella: Trotz Konkurrenz auf Kurs

Zugegeben: Auch die Kultmarke Nutella spürt den Atem der Konkurrenz im Nacken. Der Marktanteil in Frankreich ist zwar mit knapp unter 60 Prozent weiterhin stark – aber nicht mehr uneinholbar. Doch genau deshalb ist Ferreros Strategie clever: Mit innovativer Produktion und starker Logistik stärkt das Unternehmen seine Marktposition, bevor andere Akteure aufholen.

Was dabei nicht zu unterschätzen ist: Die emotionale Bindung der Verbraucher an Nutella. Der Markenname hat in vielen Familien längst Kultstatus – und wer einmal den Löffel ins Glas gesteckt hat, weiß, wie schwer es ist, wieder aufzuhören.

Ein Projekt mit Signalwirkung

Man könnte sagen: Ferrero rührt nicht nur Schokolade an, sondern auch Zukunftspläne.

Das Investitionspaket zeigt, wie Industrieprojekte in Frankreich nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche und ökologische Impulse setzen können. In einer Zeit, in der sich viele Firmen eher zurückziehen oder Produktionen ins Ausland verlagern, geht Ferrero einen anderen Weg: Engagement statt Exit. Ausbau statt Abbau.

Ist das der Beginn einer neuen industriellen Romantik?

Eins ist sicher: Frankreich und Ferrero scheinen gerade eine sehr süße Beziehung zu führen.

Von Daniel Ivers

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