Politik & Gesellschaft

Feuer im Rathaus von Limoges nach Ausschreitungen

Bei landesweiten Protesten am 17. Oktober ist im Rathaus von Limoges ein Feuer ausgebrochen. Auch aus Bordeaux, Marseille und Rouen wurden schwere Schäden gemeldet.

Limoges – 17.10.2026: Bei der landesweiten Mobilisierung sind am Samstag Teile des Rathauses von Limoges in Brand geraten. Nach Angaben von Franceinfo drangen Menschen in das Gebäude ein; anschließend brach im Erdgeschoss ein Feuer aus, das auf das Dach übergriff. Feuerwehr und Polizei waren im Einsatz. Belastbare Angaben zu Verletzten und zum Umfang der Schäden lagen am Abend zunächst nicht vor.

Auch in Bordeaux kam es zu schweren Übergriffen. Die offizielle Residenz der Präfektin des Départements Gironde, Sophie Brocas, wurde nach Angaben der Präfektur beschädigt. Menschen seien in das Gebäude an der Rue Vital-Carles eingedrungen und hätten dort Verwüstungen angerichtet. Im Stadtzentrum wurden zudem Geschäfte geplündert, insbesondere rund um die Einkaufsstraße Rue Sainte-Catherine. Zur Sicherung wurde eine Einheit der Polizeispezialeinheit Raid eingesetzt.

Die Vorfälle ereigneten sich am Rande einer dezentral organisierten Protestbewegung, die am 17. Oktober in zahlreichen französischen Städten Kundgebungen, Straßenaktionen und Demonstrationen veranstaltete. Nach einer am Mittag veröffentlichten Bilanz des Innenministeriums wurden außerhalb von Paris 140 Aktionen mit etwa 32.800 Teilnehmenden gezählt. Landesweit meldeten die Behörden zu diesem Zeitpunkt 166 Festnahmen.

An den Protesten beteiligten sich Beschäftigte, Gewerkschaften, Schülerinnen und Schüler, Studierende, Klimagruppen sowie Anhänger der Gelbwesten-Bewegung. Zu den Forderungen gehörten Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und eine bessere Ausstattung von Bildungseinrichtungen und öffentlichen Diensten. Gewerkschaften haben zudem für den 5. November zu Streiks und Demonstrationen aufgerufen.

Aus mehreren weiteren Städten wurden Zwischenfälle gemeldet. In Marseille verschafften sich Demonstranten nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP kurzzeitig Zugang zum Rathaus, nachdem eine Tür aufgebrochen worden war. Außerdem wurden Geschäfte und ein kommunaler Polizeiposten beschädigt. In Rouen war am frühen Samstag ein Gebäude der geisteswissenschaftlichen Fakultät von einem Brand betroffen. Die Ermittler prüften zunächst, ob das Feuer vorsätzlich gelegt worden sein könnte.

Präsident Emmanuel Macron hatte bereits am Freitag in Brüssel zur Ruhe aufgerufen. Aus dem Umfeld von Innenminister Laurent Nuñez hieß es am Samstag, die Sicherheitsbehörden hätten insbesondere in Paris und anderen Großstädten mit gewaltsamen Aktionen gerechnet. Die Einschätzung galt einzelnen Gruppen; zahlreiche Kundgebungen im Land verliefen friedlich.

In Limoges und Bordeaux begannen nach den Einsätzen die Sicherung der betroffenen Gebäude, die Schadensaufnahme und die strafrechtliche Aufklärung. Die Präfektur der Gironde bestätigte die Verwüstungen an der Residenz von Brocas. Für das Rathaus von Limoges lag bis zum Abend noch keine abschließende Schadensbilanz vor.

Quellen

  • Franceinfo
  • AFP über TV5MONDE
  • TF1 Info mit AFP
  • Präfektur der Gironde
  • France 3 Nouvelle-Aquitaine

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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