Paris – 27.09.2026: Beschäftigte der französischen Feuerwehr- und Rettungsdienste haben am Sonntag in Paris eine dreitägige Protestaktion gegen den Entwurf zur Modernisierung des Zivilschutzes begonnen. Berufsfeuerwehrleute sowie Beschäftigte aus Verwaltung und Technik kritisieren, dass der Text keine ausreichenden Antworten auf Personalmangel, Finanzierung und Arbeitsschutz gebe. Für Montag sind weitere Aktionen vorgesehen; am Dienstag wollen sich die Einsatzkräfte dem landesweiten Aktionstag des öffentlichen Dienstes anschließen.
Auslöser ist ein Gesetzentwurf, den die Generaldirektion für Zivilschutz den Gewerkschaften am 8. September vorgestellt hatte. Nach Angaben der Arbeitnehmervertretungen umfasst er 22 Artikel. Die Fédération autonome des sapeurs-pompiers professionnels et des personnels administratifs, techniques et spécialisés hält die Vorschläge für unzureichend. Ihr nationaler Vertreter Xavier Boy sagte Franceinfo, der Entwurf beantworte keine der wesentlichen Schwierigkeiten des Berufsstands.
Vorgesehen sind den vorliegenden Angaben zufolge unter anderem Änderungen an der Organisation der Feuerwehr- und Rettungsdienste sowie eine stärkere Steuerung der Notfallhilfe durch örtliche Vereinbarungen. Die Gewerkschaften bemängeln jedoch, dass der Entwurf keine verbindliche zusätzliche Finanzierung enthält. Sie befürchten, dass neue organisatorische Vorgaben beschlossen werden, ohne zugleich die personellen und materiellen Voraussetzungen für deren Umsetzung zu schaffen.
Zu den Forderungen gehören eine dauerhaft gesicherte Finanzierung der Dienste in den Départements, mehr Planstellen für Berufsfeuerwehrleute und eine modernere Ausrüstung. Zudem verlangen die Beschäftigten Verbesserungen bei Bezahlung und beruflicher Entwicklung. Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Gesundheitsschutz: Feuerwehrleute seien bei Einsätzen toxischen Stoffen ausgesetzt; hinzu kämen die körperliche und psychische Belastung über eine lange Berufslaufbahn hinweg.
Die Proteste folgen auf eine seit dem 8. September geltende Streikankündigung, die bis zum 20. Oktober reicht. Die beteiligten Organisationen verbinden den Konflikt mit der grundsätzlichen Frage, wie die Feuerwehr- und Rettungsdienste angesichts steigender Einsatzzahlen ausgestattet werden sollen. Auch die Aufgabenverteilung bei medizinischen Notfällen sowie die Arbeitsbedingungen der Verwaltungs- und Technikbeschäftigten gehören zu ihrem Forderungskatalog.
Am 28. September wollen die Gewerkschaften ihre Aktionen in Paris fortsetzen. Einen Tag später soll die Mobilisierung in den Aktionstag des öffentlichen Dienstes münden. Damit soll auch vor den Beratungen über den französischen Staatshaushalt 2027 politischer Druck entstehen.
Die Regierung hatte den Gesetzentwurf im Anschluss an den sogenannten Beauvau-Prozess zum Zivilschutz vorbereitet. Von der Reform erwarten die Feuerwehrgewerkschaften vor allem verlässliche Mittel für die Dienste in den Départements. Ihr Protest richtet sich deshalb gegen den aus ihrer Sicht fehlenden finanziellen und personellen Kern des Entwurfs.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Fédération autonome des sapeurs-pompiers professionnels et des personnels administratifs, techniques et spécialisés
- SPASDIS-CFTC
- Intersyndicale der Feuerwehr- und Rettungsdienste
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).