Tarascon – 28.08.2026: Vor den Toren von Fibre Excellence in Tarascon endet an diesem Freitag der monatelange Kampf um das Werk. Die Zellstofffabrik im Département Bouches-du-Rhône stellt ihren Betrieb endgültig ein. Nach Angaben von Franceinfo verlieren 270 Beschäftigte ihre Arbeitsplätze. Die Gewerkschaften haben für 10 Uhr zu einer symbolischen Versammlung vor dem Gelände aufgerufen.
Der Einschnitt trifft eine Belegschaft, die seit dem Frühjahr unter großer Ungewissheit lebte. Das Unternehmen war Ende April 2026 unter gerichtlichen Schutz gestellt worden. Danach wurde über eine Fortführung des Betriebs und mögliche Übernahmen verhandelt. Für den Standort in Tarascon fand sich jedoch keine tragfähige Lösung, die Produktion und Arbeitsplätze dauerhaft hätte sichern können.
Das Handelsgericht von Toulouse ordnete Ende Juli die gerichtliche Liquidation des Standorts an. Ein umfassendes Übernahmeangebot für die Gruppe Fibre Excellence war zuvor zurückgewiesen worden. Das Verfahren für Tarascon wurde damit von der Entscheidung über das zweite Werk der Gruppe in Saint-Gaudens getrennt. Während der dortige Betrieb zunächst fortgeführt werden konnte, war das Aus für Tarascon besiegelt.
Fibre Excellence produzierte an dem Standort Zellstoff und erzeugte Strom aus Biomasse. Das Werk gehörte über Jahrzehnte zur Industrielandschaft am Ufer der Rhône und war für viele Familien in der Stadt ein beständiger Arbeitgeber. Seine Schließung betrifft deshalb auch Unternehmen, die von Aufträgen der Fabrik abhingen, darunter Zulieferer, Betriebe der Holzbranche und örtliche Dienstleister. Wie groß die mittelbaren wirtschaftlichen Folgen ausfallen, lässt sich bislang nicht beziffern.
Für die Beschäftigten beginnt nun die Abwicklung ihrer Arbeitsverhältnisse. Bei betriebsbedingten Kündigungen im Zuge einer gerichtlichen Liquidation muss den Betroffenen grundsätzlich ein berufliches Sicherungsprogramm angeboten werden. Es kann eine intensivere Begleitung bei der Arbeitssuche, Weiterbildungen und finanzielle Leistungen umfassen. Welche Ansprüche im Einzelfall bestehen, richtet sich nach den Arbeitsverträgen und der Umsetzung des Verfahrens.
Die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur arbeitet nach Medienberichten bereits an einer neuen Perspektive für das Gelände. Gemeinsam mit der regionalen Wirtschaftsförderung risingSUD soll geprüft werden, welche industrielle Nutzung dort künftig möglich ist. Für Anfang September ist demnach ein Gespräch mit staatlichen Stellen vorgesehen. Konkrete Ansiedlungen oder einen verbindlichen Zeitplan gibt es bislang nicht.
Am 28. August endet somit ein bedeutendes Kapitel der Industriegeschichte Tarascons. Die Versammlung vor dem Werk begleitet den letzten Betriebstag einer Fabrik, deren Schließung 270 Menschen unmittelbar trifft.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- TF1 Info mit AFP
- Le Journal des Entreprises
- France Travail
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).