Paris – 16.10.2026: Die Zahl der Unternehmensgründungen in Frankreich hat im September einen neuen Höchststand erreicht. Saison- und arbeitstäglich bereinigt registrierte das Statistikamt Insee 119.307 Neugründungen. Gegenüber August entsprach dies einem Anstieg um 1,1 Prozent, nach einem Plus von 7,2 Prozent im Vormonat. Seit Beginn der monatlichen Erhebung im Januar 2000 war der Wert nie höher.
Der Rekord fällt in eine Phase gedämpfter gesamtwirtschaftlicher Erwartungen. Die Regierung hatte ihre Wachstumsprognose für 2026 am 11. September auf 0,5 Prozent gesenkt. Das Finanzministerium verwies auf eine schwache erste Jahreshälfte und ein unsicheres internationales Umfeld. Im zweiten Quartal hatte das französische Bruttoinlandsprodukt nach Angaben der staatlichen Wirtschaftsverwaltung stagniert.
Die Gründungsdynamik beschränkt sich allerdings nicht auf das vereinfachte Regime der Mikrounternehmen. Von Januar bis September wurden insgesamt 971.803 Unternehmen neu registriert, 112.756 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das entspricht einem Zuwachs von 13,1 Prozent. Die Zahl der Mikrounternehmen stieg dabei von 560.280 auf 653.316 und damit um 16,6 Prozent.
Auch die übrigen Rechtsformen legten zu. Die Zahl neu gegründeter Kapitalgesellschaften erhöhte sich in den ersten neun Monaten um 5,9 Prozent auf 233.170. Bei klassischen Einzelunternehmen verzeichnete Insee ein Plus von 8,5 Prozent auf 85.317. Die Statistik erfasst rechtliche Unternehmensgründungen. Über Umsatz, Beschäftigung oder die wirtschaftliche Beständigkeit der neuen Betriebe sagt sie daher zunächst nichts aus.
Im Vergleich der Monate Juli bis September mit dem Vorjahreszeitraum lag die Gesamtzahl der Gründungen um 45.471 beziehungsweise 16,0 Prozent höher. Besonders kräftig wuchsen die unternehmensnahen Dienstleistungen, der Handel sowie der Bereich Information und Kommunikation. Im Handel trugen vor allem Neugründungen im Direktvertrieb zum Anstieg bei. Bei den unternehmensnahen Dienstleistungen nahm unter anderem die Zahl der Reinigungsbetriebe deutlich zu.
Der September verlief je nach Unternehmensform unterschiedlich. Während die Gründungen klassischer Einzelunternehmen gegenüber August um 11,6 Prozent zunahmen und jene von Gesellschaften um 5,0 Prozent stiegen, gingen die Anmeldungen von Mikrounternehmen um 1,6 Prozent zurück. Der monatliche Rekord beruht damit nicht allein auf dieser zahlenmäßig größten Gruppe.
Für die Beurteilung der Konjunktur sind die Gründungszahlen nur ein Teil des Bildes. Die staatliche Wirtschaftsverwaltung hatte Anfang Oktober Hinweise auf eine Belebung im dritten Quartal gesehen. Zugleich lag das Geschäftsklima im September mit 96 Punkten unter seinem langfristigen Durchschnitt von 100 Punkten. Für die vergangenen zwölf Monate weist Insee dennoch bei sämtlichen Unternehmensformen zusammen einen Anstieg der Gründungen um 12,2 Prozent aus.
Quellen
- Franceinfo: Unternehmensgründungen auf Rekordstand
- Insee: Unternehmensgründungen im September 2026
- Französisches Finanzministerium: Wachstums- und Inflationsprognosen 2026 und 2027
- Direction générale du Trésor: Konjunkturbericht Frankreich
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).