Nizza – 17.09.2026: Fischer haben am Donnerstagmorgen die Zufahrt zum Hafen von Nizza blockiert und damit den Fährverkehr von und nach Korsika beeinträchtigt. Rund zehn Boote bezogen an der Hafeneinfahrt Position. Eine aus Korsika kommende Fähre mit etwa 600 Passagieren konnte deshalb nicht anlegen und wurde ins italienische Savona umgeleitet. Am frühen Nachmittag nahm der Hafen den Betrieb wieder auf.
Nach Berichten französischer Medien ließen die Protestierenden einzelne Schiffe passieren, darunter ein Forschungsschiff. Eine Verbindung von Nizza nach L'Île-Rousse auf Korsika fiel hingegen aus. Die mehrstündige Blockade verlief nach den vorliegenden Angaben ohne größere Zwischenfälle. Für Reisende hatte sie dennoch unmittelbare Folgen: Umleitungen über einen ausländischen Hafen verlängern die Weiterfahrt und erschweren die Organisation von Anschlussverbindungen.
Auslöser des Protests sind die hohen Kosten für Schiffsdiesel. Sie machen besonders bei kleineren Küstenfischereien einen erheblichen Teil der laufenden Ausgaben aus. Der durchschnittliche Dieselpreis in Frankreich überschritt am Donnerstag laut einer Auswertung von Regierungsdaten 2,37 Euro je Liter und näherte sich damit dem bisherigen Höchststand von etwas mehr als 2,38 Euro. Fischereibetriebe können solche Kostensteigerungen nur begrenzt weitergeben: Ihre Einnahmen hängen von Fangmengen, Wetterbedingungen und den Preisen im Handel ab.
Die Aktion in Nizza gehörte zu einer breiteren Mobilisierung an der französischen Mittelmeerküste. Auch in Frontignan, Sète und Le Grau-du-Roi protestierten Fischer. In Frontignan wurde zeitweise der Zugang zu einem Treibstofflager blockiert. Vertreter der Branche verlangen vor allem eine Begrenzung der Preise an den Zapfsäulen. Die Regierung hat bereits Hilfen angekündigt; aus Sicht der Protestierenden reichen diese jedoch nicht aus, um die Wirtschaftlichkeit zahlreicher Betriebe zu sichern.
In Paris trafen Branchenvertreter am Donnerstag die beigeordnete Ministerin für Meer und Fischerei, Catherine Chabaud. Der Fischer Ange Natoli aus Martigues bezeichnete vor dem Gespräch einen Preisdeckel für Treibstoff als zentrale Forderung. Damit verlangt die Branche eine unmittelbare Senkung ihrer Betriebskosten statt weiterer punktueller Zuschüsse.
Die Energiepreise beschäftigen zugleich die französische Staatsspitze. Präsident Emmanuel Macron hat die Vorsitzenden der im Parlament vertretenen Parteien sowie Präsidentschaftskandidaten für Freitag, den 18. September, in den Élysée-Palast eingeladen. Besprochen werden sollen die internationale Lage und deren Folgen für Frankreichs Sicherheit und Energieversorgung. An dem Treffen sollen auch Premierminister Sébastien Lecornu sowie Vertreter der Streitkräfte und Nachrichtendienste teilnehmen.
Die Blockade von Nizza war am Nachmittag beendet. Der Streit über eine dauerhafte Entlastung der Fischereibetriebe blieb nach dem Treffen im zuständigen Ministerium ungelöst.
Quellen
- AFP über Boursorama
- Nice Premium
- RTL
- TF1 Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).