Sète – 17.09.2026: Fischer haben die Zufahrten zu den Häfen von Sète im Département Hérault und Port-la-Nouvelle im Département Aude weiter blockiert. Beteiligte kündigten am Mittwochabend an, die Proteste fortzusetzen, bis die Branche von der Regierung angehört werde. Auslöser sind die stark gestiegenen Kosten für Schiffsdiesel sowie Vorschriften, die aus Sicht der Fischer Fang und Betrieb zusätzlich erschweren.
Die Proteste erfassten in den vergangenen Tagen mehrere Standorte an der französischen Mittelmeerküste. In Port-la-Nouvelle war der Hafen seit der Nacht zum Dienstag blockiert. In Sète verhinderten Fischer am Dienstag zeitweise die Abfahrt einer Fähre. Die Aktionen beeinträchtigten damit neben der Fischerei auch andere Nutzer der Hafenanlagen und den regionalen Schiffsverkehr.
Am Mittwoch versperrten rund hundert Fischer außerdem den Zugang zu einem Treibstofflager in Frontignan nahe Sète. Polizeikräfte räumten die Zufahrt am Vormittag. Der Einsatz verlief nach Angaben der Nachrichtenagentur Agence France-Presse ohne größere Zwischenfälle. Während die Blockade des Lagers endete, hielten die Fischer an den Aktionen in den beiden Häfen fest.
Für die Betriebe ist Treibstoff ein unmittelbarer und kaum zu vermeidender Kostenfaktor. Steigt der Dieselpreis, verteuert sich jede Ausfahrt, ohne dass sich die zusätzlichen Ausgaben ohne Weiteres über höhere Verkaufspreise ausgleichen lassen. Vertreter der Branche verweisen zugleich auf Fangbeschränkungen, Verwaltungsauflagen und weitere Betriebskosten. In dieser Kombination gerieten viele Küstenfischer wirtschaftlich unter Druck.
Die Protestierenden verlangten zunächst ein Gespräch mit Catherine Chabaud, der für Meer und Fischerei zuständigen beigeordneten Ministerin. Für Donnerstag, den 17. September, war ein Treffen mit Gewerkschaftsvertretern vorgesehen. Fischer aus der Region erklärten jedoch, Gespräche ohne konkrete Zusagen reichten nicht aus, um die Blockaden zu beenden.
Nach Angaben des Senders ICI Roussillon fordern Beteiligte in Sète und Port-la-Nouvelle darüber hinaus eine direkte Anhörung durch Premierminister Sébastien Lecornu. Sie betrachten Kraftstoffpreise und Fischereiregeln als nationale Fragen, die sich nicht durch einzelne regionale Hilfen lösen ließen. Eine öffentliche Zusage des Regierungschefs zu einem Treffen lag zunächst nicht vor.
Ähnliche Proteste hatte es zuvor in weiteren Mittelmeerhäfen gegeben, darunter Fos-sur-Mer. Die Region Okzitanien empfing am Mittwoch eine Delegation der Fischer, um über die Lage in Sète zu beraten. Nach den jüngsten Berichten blieben die Hafenzufahrten in Sète und Port-la-Nouvelle blockiert.
Quellen
- Franceinfo
- Agence France-Presse
- TF1 Info
- Le Parisien
- ICI Roussillon
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).