Kultur

Flavie Flament weist Mimie Mathys Verteidigung von Patrick Bruel zurück

Nach der Absage von Patrick Bruels Jubiläumstournee widerspricht Flavie Flament der Schauspielerin Mimie Mathy. Im Zentrum ihrer Kritik steht der Umgang mit den Frauen, die dem Sänger sexuelle Gewalt vorwerfen.

Paris – 06.09.2026: Die französische Moderatorin Flavie Flament hat Mimie Mathys Verteidigung von Patrick Bruel scharf zurückgewiesen. In der Fernsehsendung "C à vous" auf France 5 reagierte sie am Samstag, 5. September, auf eine Äußerung der Schauspielerin. Mathy hatte bei RTL sinngemäß erklärt, Bruel sei eher bedrängt worden, als selbst ein Bedränger zu sein. Flament sagte, diese Worte machten sie fassungslos, weil sie den Frauen, die ihre Erfahrungen öffentlich gemacht hätten, die gebotene Anerkennung verweigerten.

Mathy hatte sich wenige Tage zuvor bei RTL traurig über die Absage der Konzerte gezeigt. Sie beschrieb Bruel als Verführer und vertrat die Ansicht, das Publikum solle selbst entscheiden dürfen, ob es seine Auftritte besuchen wolle. Das Gespräch war vor der endgültigen Absage der Tournee aufgezeichnet worden. Veröffentlicht wurden die Aussagen jedoch in einer Situation, in der die Vorwürfe gegen den Sänger längst Gegenstand juristischer Ermittlungen und einer breiten öffentlichen Debatte waren.

Bruel hatte am 1. September seine für Oktober und November geplante Jubiläumstournee abgesagt. Die Konzertreihe sollte an den 35. Jahrestag seines Albums "Alors regarde" erinnern und am 2. Oktober in Chartres beginnen. Der Sänger erklärte, er wolle weder sein Publikum noch die beteiligten Teams einer Auseinandersetzung aussetzen, die nicht in einen Konzertsaal gehöre. An seiner Unschuld hält er fest.

Rund dreißig Frauen werfen Bruel sexuelle Gewalt vor. Nach Berichten französischer Medien wurde gegen ihn im Juni ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen des Verdachts auf Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexuelle Belästigung. Die Anschuldigungen beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume und Konstellationen. Eine förmliche Beschuldigung ist nach französischem Recht keine Verurteilung; bis zu einer gerichtlichen Entscheidung gilt die Unschuldsvermutung.

Flament zählt selbst zu den Frauen, die Bruel beschuldigen. Nach eigenen Angaben erstattete sie Anzeige wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung im Jahr 1991. In "C à vous" sprach sie vor allem über die Wirkung öffentlicher Solidaritätsbekundungen für den Beschuldigten. Besonders verletzend sei es, wenn Frauen aus einer älteren Generation kein unterstützendes Wort an die mutmaßlich Betroffenen richteten. Damit verlagerte sich die Auseinandersetzung von der Person Bruels auf die Frage, wem in Fällen sexualisierter Gewalt öffentlich Glauben und Rückhalt gewährt wird.

Die Konzertabsage beendet die juristische Aufarbeitung nicht. Sie entzieht der Debatte zunächst nur ihre großen Bühnen: Die geplanten Auftritte zwischen dem 2. Oktober und dem 21. November 2026 finden nach Bruels Ankündigung nicht statt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Parisien
  • RTL
  • Le Monde
  • Le Figaro
  • Télérama

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).