Umwelt

Forscher setzen See-Kiefern bei Floirac künstlicher Trockenheit aus

Auf einer Versuchsfläche bei Bordeaux untersuchen Wissenschaftler, wie See-Kiefern auf den Wassermangel eines möglichen Sommers im Jahr 2100 reagieren. Das Langzeitprojekt soll helfen, die Wälder der Nouvelle-Aquitaine an ein trockeneres Klima anzupassen.

Floirac – 06.08.2026: Auf einer experimentellen Waldfläche in Floirac in der Gironde untersuchen Forscher, wie widerstandsfähig See-Kiefern gegen lang anhaltende Trockenheit sind. Über besondere Vorrichtungen wird ein Teil des natürlichen Niederschlags unterhalb der Baumkronen abgefangen. So entstehen Bedingungen, die nach Klimamodellen gegen Ende dieses Jahrhunderts in trockenen Sommern herrschen könnten.

An dem Projekt sind das Nationale Forstamt ONF, das Forschungsinstitut für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt INRAE sowie die Universität Bordeaux beteiligt. Die Anlage nahe dem Observatorium von Bordeaux umfasst nach Angaben von Franceinfo rund 500 See-Kiefern. Während einige Flächen weiterhin den gewöhnlichen Niederschlag erhalten, werden andere gezielt trockengehalten. Dieser Aufbau ermöglicht einen unmittelbaren Vergleich unter ansonsten ähnlichen Standortbedingungen.

Über mehrere Jahre erfassen die Wissenschaftler das Wachstum, den Wassertransport, den Zustand der Nadeln und die Überlebensfähigkeit der Bäume. Sie wollen herausfinden, von welchem Belastungsniveau an die Kiefern ihre physiologischen Schutzmechanismen nicht mehr aufrechterhalten können. Untersucht wird zudem, ob einzelne Herkünfte oder genetische Linien wiederkehrende Trockenperioden besser verkraften als andere.

Die See-Kiefer prägt weite Teile der Forstwirtschaft in Nouvelle-Aquitaine. Ihre Reaktion auf Wassermangel ist daher auch wirtschaftlich bedeutsam. Anhaltende Trockenheit kann das Wachstum bremsen, die Regeneration junger Bestände erschweren und geschwächte Bäume anfälliger für Krankheiten, Schädlinge oder Brände machen. Zugleich betreffen Wasserbeschränkungen nach Angaben des Tickers derzeit 95 französische Départements; vielerorts sinken die Grundwasserstände.

Das Experiment ist auf zehn Jahre angelegt. Diese Dauer ist notwendig, weil Bäume oft erst nach mehreren trockenen Vegetationsperioden dauerhafte Schäden erkennen lassen. Kurzfristige Messungen können kaum unterscheiden, ob ein Baum vorübergehend sein Wachstum drosselt oder bereits Widerstandskraft verliert. Erst die langfristige Beobachtung macht zudem mögliche Unterschiede zwischen aufeinanderfolgenden Jahrgängen sichtbar.

Die Untersuchung knüpft an frühere Arbeiten von INRAE und ONF zu ausgewählten See-Kiefern an. Dabei fanden Forscher Hinweise darauf, dass bestimmte Zuchtlinien Wasser effizient transportieren und Trockenheit mindestens ebenso gut bewältigen können wie örtliche Populationen. In Floirac werden solche Befunde nun unter kontrolliert verschärften, zugleich aber naturnahen Bedingungen geprüft.

Aus den Daten sollen Empfehlungen für Waldbesitzer und öffentliche Forstverwaltungen entstehen. In Betracht kommen die Auswahl geeigneten Vermehrungsmaterials, die Kombination verschiedener Baumherkünfte und angepasste Verfahren bei Pflanzung und Pflege. Welche Maßnahmen tragfähig sind, soll der Vergleich der trockengehaltenen Flächen mit den Kontrollbeständen über die gesamte Laufzeit des Versuchs belegen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Office national des forêts
  • INRAE BIOGECO
  • Universität Bordeaux

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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