Politik & Gesellschaft

France Télévisions soll 2027 bis zu 90 Millionen Euro einsparen

Frankreichs Kulturministerin Catherine Pégard befasst sich mit den geplanten Einsparungen bei France Télévisions. Die Finanzierungslücke könnte auch Film-, Serien- und Dokumentarproduktionen treffen.

Paris – 20.09.2026: Kulturministerin Catherine Pégard hat in einem Interview mit Franceinfo über die Vorbereitung des Staatshaushalts 2027 und den Sparkurs bei France Télévisions gesprochen. Die Haushaltsdebatte trifft den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in einer schwierigen Lage: Die Regierung will ihre Ausgaben begrenzen, während der Sender Programme und Investitionen absichern muss.

Die Präsidentin von France Télévisions, Delphine Ernotte Cunci, hatte am 18. September erklärt, der Konzern müsse 2027 bis zu 90 Millionen Euro einsparen. Davon entfielen 47 Millionen Euro auf eine geringere staatliche Zuweisung. Hinzu kämen Belastungen durch rückläufige Werbeeinnahmen und ausbleibende Erlöse aus früheren Immobilienverkäufen. Für 2026 bezifferte sie die Kürzung der staatlichen Mittel auf 80 Millionen Euro bei einem Gesamtbudget von 2,37 Milliarden Euro.

Die Auseinandersetzung reicht damit über eine kurzfristige Haushaltskorrektur hinaus. France Télévisions verfügt seit fast zwei Jahren über keinen neuen mehrjährigen Ziel- und Mittelvertrag mit dem Staat. Darin sollen Auftrag, Leistungsziele und finanzielle Ausstattung des öffentlich-rechtlichen Unternehmens verbindlich festgelegt werden. Die Verhandlungen darüber liegen beim Kulturministerium.

Der Senat hatte bereits während der Beratungen über den Haushalt 2026 auf weitere Einschnitte hingewiesen. Nach den damaligen Unterlagen waren auch für 2027 und 2028 sinkende Mittel für den öffentlichen Rundfunk vorgesehen. Die Berichterstatter warnten davor, Einsparungen vor allem bei Programmen, Filmkoproduktionen, Unterhaltung und Sport vorzunehmen, anstatt dauerhaft die organisatorischen Kosten zu senken.

France Télévisions ist ein bedeutender Auftraggeber für unabhängige Produzenten und finanziert französische Filme, Dokumentationen und Serien mit. Kürzungen könnten deshalb über den Konzern hinaus Produktionsfirmen, Beschäftigte und regionale Anbieter treffen. Die Senderführung sieht insbesondere die Finanzierung neuer audiovisueller Werke gefährdet.

Pégards Auftritt fiel auf den zweiten Tag der 43. Europäischen Tage des Kulturerbes am 19. und 20. September. Das Kulturministerium widmete die Ausgabe unter anderem dem fotografischen Erbe. Während der Staat den Zugang zu Kultur als öffentliche Aufgabe präsentiert, muss er zugleich deren Finanzierung unter engeren Haushaltsvorgaben organisieren.

Der Entwurf für den Haushalt 2027 entsteht unter erheblichem Konsolidierungsdruck. Nach jüngsten Regierungszahlen soll die öffentliche Verschuldung von 119,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2026 auf 121,7 Prozent im Jahr 2027 steigen. Höhere Verteidigungsausgaben und wachsende Zinslasten verengen den finanziellen Spielraum der Ressorts. Die Mittel für France Télévisions werden damit Teil eines breiteren Verteilungskonflikts im französischen Staatshaushalt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministerium für Kultur
  • Agence France-Presse
  • France Télévisions
  • Senat
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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