Paris – 08.09.2026: Frankreich kommt im internationalen Pisa-Vergleich nicht voran. In der am Dienstag veröffentlichten Auswertung der Erhebung von 2025 belegt das Land Rang 27. Die Leistungen der französischen 15-Jährigen liegen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften nahe am Durchschnitt der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Gegenüber früheren Erhebungen sind die Ergebnisse jedoch gesunken.
In den Naturwissenschaften, dem Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe, erreicht Frankreich im Mittel 483 Punkte. Das Bildungsministerium ordnet den Wert auf dem Niveau des OECD-Durchschnitts ein. Seit 2015 haben die Leistungen leicht nachgelassen; zugleich ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler gewachsen, die nur geringe Kompetenzen nachweisen können.
Auch beim Lesen und in der Mathematik verzeichnet das Ministerium Rückgänge. Frankreich bewegt sich in beiden Bereichen ebenfalls nahe am OECD-Mittel. Hinter diesem Durchschnitt verbirgt sich ein seit Jahren bekanntes Problem: Der Bildungserfolg hängt besonders stark von der sozialen Herkunft ab. Die Leistungsunterschiede zwischen Jugendlichen aus begünstigten und benachteiligten Familien zählen nach Angaben der französischen Bildungsstatistik weiterhin zu den größten innerhalb der Vergleichsgruppe.
Für Pisa bearbeiten 15-Jährige Aufgaben, mit denen die OECD ermitteln will, wie gut sie erworbenes Wissen in lebensnahen Situationen anwenden können. Die Studie prüft damit mehr als die Beherrschung einzelner Lehrplaninhalte. An der Erhebung von 2025 nahmen mehr als 760.000 Jugendliche aus 91 Ländern und Volkswirtschaften teil. Neu untersucht wurde auch die Fähigkeit, Probleme mithilfe digitaler Werkzeuge zu lösen.
An der Spitze liegen die gemeinsam ausgewerteten chinesischen Regionen Peking, Shanghai, Jiangsu und Zhejiang. Sie erzielen in allen drei Kernbereichen die höchsten Werte. Ebenfalls weit vorne rangieren Singapur und mehrere weitere ostasiatische Bildungssysteme. Der internationale Vergleich liefert allerdings insgesamt wenig Anlass zur Zufriedenheit: In zahlreichen Teilnehmerstaaten gingen die Leistungen zurück.
Im Mittel der OECD-Länder sanken die Ergebnisse seit 2015 in Mathematik um 22 Punkte und im Lesen um 28 Punkte. In den Naturwissenschaften fiel der Rückgang geringer aus, doch auch dort gab der Durchschnitt nach. Nach Angaben der OECD markieren die Resultate in allen drei Disziplinen die niedrigsten Werte seit Beginn der jeweiligen Messreihen.
Die französische Regierung verbindet mit den Befunden ein langfristiges Ziel. Nach Angaben des Bildungsministeriums soll Frankreich 2029 über dem OECD-Durchschnitt liegen und bis zum Pisa-Zyklus 2033 zu den führenden europäischen und OECD-Staaten aufschließen. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, wie weit der Weg dorthin ist: Frankreich verharrt im Mittelfeld, während der Einfluss der sozialen Herkunft bestehen bleibt.
Quellen
- Franceinfo
- Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
- Französisches Bildungsministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).