Gesundheit

Frankreich braucht bis 2050 deutlich mehr Personal für die Altenpflege

Bis 2050 könnten in Frankreich 150.000 bis 200.000 zusätzliche Vollzeitstellen für die Betreuung älterer Menschen nötig werden. Zugleich steht ein erheblicher Teil der heutigen Beschäftigten kurz vor dem Ruhestand.

Paris – 10.10.2026: Frankreichs alternde Gesellschaft stellt die Altenpflege vor eine doppelte Personalaufgabe: Bis 2050 werden deutlich mehr Beschäftigte gebraucht, zugleich müssen zahlreiche Fach- und Hilfskräfte ersetzt werden, die in den Ruhestand gehen. Ein aktueller Bericht von Franceinfo über die Pflegehelferin Sylvette Taragnat im Département Puy-de-Dôme zeigt, was hinter den statistischen Projektionen steht: eine Arbeit, die Körperpflege, Mahlzeiten und Hilfe im Alltag ebenso umfasst wie Gespräche und verlässliche menschliche Nähe.

Nach Angaben der staatlichen Direktion für Forschung, Studien, Bewertung und Statistik, kurz Drees, werden 2050 in Frankreich fast 23 Millionen Menschen mindestens 60 Jahre alt sein. Das wären rund fünf Millionen mehr als zu Beginn der 2020er-Jahre. Mit der Zahl älterer Menschen wächst voraussichtlich auch der Unterstützungsbedarf, da körperliche Einschränkungen und der Verlust von Selbstständigkeit im hohen Alter häufiger werden.

Bereits heute wird ein großer Teil dieser Hilfe außerhalb klassischer Pflegeheime geleistet. Von rund zwei Millionen älteren Menschen mit eingeschränkter Selbstständigkeit lebten 2021 laut Drees etwa 1,4 Millionen zu Hause oder in betreuten Wohnformen. Rund 600.000 wohnten in Einrichtungen für pflegebedürftige ältere Menschen. Der zusätzliche Personalbedarf betrifft daher ambulante Dienste, häusliche Hilfen und stationäre Einrichtungen gleichermaßen.

Einer Projektion der Drees zufolge könnten bis 2050 zwischen 150.000 und 200.000 zusätzliche Vollzeitstellen für die Unterstützung älterer Menschen erforderlich sein. Die Spannbreite ergibt sich aus unterschiedlichen Annahmen darüber, wie viele Menschen künftig Hilfe benötigen und wie die Versorgung zwischen Angehörigen, ambulanten Diensten und Einrichtungen aufgeteilt wird. Es handelt sich damit nicht um eine Vorhersage mit festem Ergebnis, wohl aber um eine belastbare Größenordnung.

Hinzu kommt der altersbedingte Ersatzbedarf. Im Jahr 2022 waren bereits 34 Prozent der Beschäftigten in der häuslichen Hilfe mindestens 55 Jahre alt. Frankreich muss deshalb neue Stellen schaffen und gleichzeitig einen erheblichen Teil der bestehenden Belegschaften ersetzen. Ausbildung, Personalgewinnung und die Bindung erfahrener Kräfte werden für die Versorgung ebenso wichtig wie Arbeitszeiten, Bezahlung und verlässliche Beschäftigungsbedingungen.

Taragnats Arbeit im Puy-de-Dôme veranschaulicht zudem, weshalb sich Personalbedarf nicht allein in Pflegeminuten bemessen lässt. Regelmäßige Unterstützung kann älteren Menschen ermöglichen, länger in der eigenen Wohnung zu leben und soziale Kontakte zu bewahren. Dafür braucht es qualifizierte Beschäftigte, die neben den praktischen Aufgaben auch Zeit für Aufmerksamkeit haben. Gerade diese Verbindung aus Pflege und persönlicher Begleitung dürfte mit der wachsenden Zahl hochaltriger Menschen stärker nachgefragt werden.

Quellen

  • Franceinfo: Bericht über Sylvette Taragnat im Puy-de-Dôme
  • Direktion für Forschung, Studien, Bewertung und Statistik: Personalbedarf bis 2050
  • Direktion für Forschung, Studien, Bewertung und Statistik: Situation älterer Menschen

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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