Kultur

Frankreich dreht wieder große Kinofilme

Aufwendige Literaturverfilmungen sollen das Publikum zurück in die Kinos holen. Der Erfolg von Der Graf von Monte Christo dient der Branche als Vorbild.

Paris – 14.10.2026: Frankreichs Filmproduzenten investieren wieder stärker in aufwendig inszenierte Kinofilme mit bekannten Stoffen, großen Ensembles und hohen Budgets. Eine am Mittwoch veröffentlichte Analyse von Franceinfo beschreibt, wie sich einzelne Versuche binnen fünf Jahren zu einer erkennbaren Produktionsstrategie verdichtet haben. Vor allem Literaturverfilmungen sollen dem Publikum wieder Ereignisse bieten, für die sich der Weg ins Kino lohnt.

Als Vorbild gilt Der Graf von Monte Christo von Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière. Der Film verzeichnete nach Angaben des französischen Senats 9,2 Millionen Kinobesuche in Frankreich und belegte damit 2024 den zweiten Platz der Jahresrangliste. Mit einem Budget von rund 43 Millionen Euro war er zugleich die teuerste französische Produktion des Jahres. Sein Erfolg lieferte den Beleg, dass ein heimischer Film mit großer Ausstattung ein Massenpublikum erreichen kann.

Der Kurs knüpft an die beiden 2023 erschienenen Teile von Die drei Musketiere und weitere Projekte mit literarischen oder historischen Vorlagen an. Die Produzenten wählen Stoffe, deren Figuren vielen Zuschauern bereits vertraut sind und die Raum für Kostüme, markante Schauplätze, Actionszenen und umfangreiche Besetzungen bieten. Die Bekanntheit der Geschichten erleichtert zudem die Vermarktung und kann einen Teil des Risikos hoher Investitionen abfedern.

Zu den Großprojekten gehört eine neue Verfilmung von Victor Hugos Die Elenden unter der Regie von Fred Cavayé. Studiocanal, Curiosa Films und Eskwad arbeiten dafür mit Vincent Lindon, Tahar Rahim, Camille Cottin, Benjamin Lavernhe und Noémie Merlant. Eine der bekanntesten französischen Romanvorlagen wird damit ausdrücklich als Film für ein breites Kinopublikum angelegt.

Die wirtschaftlichen Bedingungen bleiben schwierig. Das Centre national du cinéma et de l'image animée registrierte 2025 insgesamt 156,2 Millionen Kinobesuche in Frankreich, 14 Prozent weniger als im Vorjahr. Französische Filme erreichten zwar einen Anteil von 37,7 Prozent am heimischen Markt. Die gesunkene Gesamtfrequenz erhöht jedoch den Druck auf Kinos, Verleiher und Produzenten, regelmäßig zugkräftige Titel anzubieten.

Der französische Senat hatte in seinem Bericht zum Kulturhaushalt davor gewarnt, die starken Ergebnisse von 2024 als dauerhafte Erholung der Branche zu deuten. Im folgenden Jahr fehlten vergleichbare Kassenerfolge. Große Produktionen können Kinos, Verleihern und technischen Dienstleistern Aufträge und Planungssicherheit verschaffen. Zugleich steigt mit dem Budget der Finanzierungsbedarf und damit der mögliche Verlust bei einem Misserfolg.

Die neue Strategie soll die Vielfalt des französischen Kinos nicht ersetzen. Sie ergänzt das Angebot um Filme, die neben internationalen Großproduktionen bestehen können. Der Graf von Monte Christo hat dafür eine wirtschaftliche Referenz geschaffen; Die Elenden ist das nächste prominente Projekt dieses Modells.

Quellen

  • Franceinfo: Analyse zur Rückkehr französischer Großproduktionen
  • Französischer Senat: Berichte zum Kulturhaushalt und Kino
  • Centre national du cinéma et de l'image animée: Bilanz 2025
  • Studiocanal: Produktionsankündigung zu Die Elenden

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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