Paris – 16.10.2026: Das französische Innenministerium rechnet für Samstag, den 17. Oktober, mit einer umfangreichen Mobilisierung gegen die hohen Lebenshaltungskosten. Innenminister Laurent Nuñez sprach am Freitag von etwa 250 bekannten Aktionen und rund 80 erwarteten Demonstrationszügen. Mehr als 40 davon seien bereits bei den Präfekturen angemeldet worden. Die Aufrufe verbreiten sich vor allem über soziale Netzwerke und bündeln unterschiedliche soziale Forderungen.
Ein Teil der Initiatoren knüpft ausdrücklich an die Gelbwestenbewegung an, die Frankreich ab November 2018 über Monate prägte. Neben früheren Gelbwesten werden Landwirte, Mietwagenfahrer sowie Schüler und Studierende als mögliche Teilnehmer genannt. Der Protest richtet sich gegen den Kaufkraftverlust und die Haushaltspolitik der Regierung. Wie viele Menschen den Aufrufen folgen werden, lässt sich aus der Zahl der angekündigten Aktionen jedoch nicht ableiten.
Die Sicherheitsbehörden bereiten sich besonders auf unangemeldete Straßenaktionen und Blockaden vor. Die Präfekten erhielten die Anweisung, Verkehrsbehinderungen und die Blockade wichtiger Einrichtungen aufzulösen. Nach Darstellung des Innenministers sollen Polizei und Gendarmerie friedliche Demonstrationen zunächst begleiten. Bei Angriffen auf Sicherheitskräfte, Plünderungsversuchen oder Sachbeschädigungen sollen sie dagegen rasch eingreifen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem möglichen Einsatz von Schockgranaten. Nuñez erklärte, den Sicherheitskräften stünden bei schweren Gewalttaten sämtliche zugelassenen sogenannten Zwischenmittel zur Verfügung, darunter Tränengasgranaten, Schockgranaten und Gummigeschosswerfer. Diese Waffen seien nicht für den gewöhnlichen Verlauf friedlicher Kundgebungen vorgesehen, sondern für Situationen, in denen erhebliche Gewalt ausbreche.
Die Ankündigung folgt auf eine umstrittene Entscheidung während der jüngsten Schülerproteste. Das Innenministerium hatte die Verwendung eines bestimmten Modells von Schockgranaten vorsorglich ausgesetzt, nachdem ein 15 Jahre alter Schüler in Lens Anfang Oktober eine schwere Handverletzung erlitten hatte. Die nun erteilten Vorgaben für den 17. Oktober beziehen sich nach Angaben der Behörden ausschließlich auf gravierende Ausschreitungen. Eine allgemeine Rückkehr der Granaten in den regulären Demonstrationseinsatz sei damit nicht verbunden.
Politisch ist der Aktionstag heikel, weil sich die Unzufriedenheit verschiedener Berufs- und Bevölkerungsgruppen mit den seit Wochen andauernden Schülerprotesten verbinden könnte. Sophie Binet, Generalsekretärin des Gewerkschaftsbundes Confédération générale du travail, sieht Überschneidungen zwischen den Forderungen der Jugendlichen und denen anderer Protestgruppen.
Für Händler und Anwohner hängt viel davon ab, ob es bei angemeldeten Kundgebungen bleibt oder spontane Blockaden und Ausschreitungen hinzukommen. Das Innenministerium kündigte eine sichtbare Präsenz von Polizei und Gendarmerie an, veröffentlichte jedoch keine Zahl der eingesetzten Kräfte.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Le Parisien
- LCP – Assemblée nationale
- RTL
- La Dépêche
- HuffPost France
- Anadolu Ajansı
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).