Politik & Gesellschaft

Frankreich gedenkt zehn Jahre nach dem Mord an Jacques Hamel des Anschlags

Mit einer Messe und einer Ansprache des Premierministers erinnert Frankreich an den islamistischen Anschlag von Saint-Étienne-du-Rouvray. Vor zehn Jahren wurde der Priester Jacques Hamel während eines Gottesdienstes ermordet.

Saint-Étienne-du-Rouvray – 26.07.2026: Frankreich begeht an diesem Sonntag den zehnten Jahrestag des islamistischen Anschlags auf die Kirche Saint-Étienne in Saint-Étienne-du-Rouvray bei Rouen. In dem Gotteshaus wird eine Messe für den ermordeten Priester Jacques Hamel gefeiert. Anschließend ist eine Ansprache von Premierminister Sébastien Lecornu vorgesehen. Auch François Hollande, der zum Zeitpunkt des Attentats Staatspräsident war, nimmt an der Zeremonie teil.

Jacques Hamel wurde am 26. Juli 2016 während eines Gottesdienstes in seiner Gemeinde getötet. Zwei junge Islamisten drangen in die Kirche ein, nahmen mehrere Anwesende als Geiseln und ermordeten den 85 Jahre alten Priester. Der Gottesdienstbesucher Guy Coponet wurde schwer verletzt. Polizisten erschossen die beiden Täter kurz nach dem Angriff beim Verlassen des Gebäudes.

Der Mord fiel in eine Phase besonders dichter jihadistischer Gewalt in Frankreich. Weniger als zwei Wochen zuvor hatte ein Attentäter während der Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag in Nizza 86 Menschen getötet. Der Angriff von Saint-Étienne-du-Rouvray entfaltete dennoch eine eigene Wirkung: Er galt einem katholischen Geistlichen und ereignete sich während der Messe in einer Vorstadtgemeinde – an einem Ort alltäglicher Religionsausübung.

Die politische Reaktion war von der Sorge geprägt, die Anschlagsserie könne gesellschaftliche und religiöse Gegensätze weiter verschärfen. Hollande bezeichnete die Tat noch am selben Tag als Terroranschlag und rief zur nationalen Geschlossenheit auf. Vertreter muslimischer Organisationen verurteilten den Mord; vielerorts fanden anschließend interreligiöse Gedenkveranstaltungen statt.

Die juristische Aufarbeitung führte 2022 vor den Pariser Sonderschwurgerichtshof. Drei Angeklagte erhielten wegen ihrer Beteiligung am terroristischen Umfeld Freiheitsstrafen zwischen acht und 13 Jahren. Ein weiterer Beschuldigter, der als Anstifter galt und in Abwesenheit angeklagt war, wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Verfahren befasste sich vor allem mit Unterstützern und Kontaktpersonen der beiden getöteten Attentäter.

Für Saint-Étienne-du-Rouvray ist der 26. Juli inzwischen ein festes Datum des kommunalen Erinnerns. Bereits 2017 wurde im Beisein von Staatspräsident Emmanuel Macron eine Stele für Hamel eingeweiht. Die diesjährige Feier verbindet erneut die religiöse Liturgie mit staatlichem Gedenken.

Mit der Teilnahme des amtierenden Premierministers erhält der zehnte Jahrestag besonderes politisches Gewicht. Die Zeremonie erinnert an eine Tat, nach der Frankreich den Schutz religiöser Stätten verstärkte und zugleich um gesellschaftlichen Zusammenhalt rang. In Saint-Étienne-du-Rouvray bleibt Hamel dabei zuerst als langjähriger Priester der Gemeinde in Erinnerung.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministère de l'Intérieur
  • Élysée
  • Ville de Saint-Étienne-du-Rouvray

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).