Politik & Gesellschaft

Frankreich kann Führerschein bei Handy am Steuer sofort aussetzen

Wer in Frankreich am Steuer ein Mobiltelefon in der Hand hält, muss nun landesweit mit einer vorläufigen Aussetzung des Führerscheins rechnen. Über die Dauer entscheiden die Präfekturen; möglich sind bis zu sechs Monate.

Paris – 03.10.2026: Frankreich verschärft den Umgang mit Mobiltelefonen am Steuer. Wer während der Fahrt ein Handy in der Hand hält, muss nun im ganzen Land mit einer vorläufigen Aussetzung des Führerscheins rechnen. Das Innenministerium wies die Präfekturen am 29. September an, die administrative Maßnahme landesweit anzuwenden. Zuvor war diese Praxis nur in einzelnen Départements erprobt worden, darunter im südwestfranzösischen Landes.

Die Aussetzung kann auch dann angeordnet werden, wenn die Polizei keinen weiteren Verkehrsverstoß feststellt. Bislang kam das Instrument bei der Handynutzung vor allem dann zum Einsatz, wenn zugleich ein anderes gefährliches Verhalten vorlag, etwa überhöhte Geschwindigkeit oder die Missachtung einer Vorfahrtsregel. Mit der Weisung vereinheitlicht die Regierung die zuvor unterschiedliche Verwaltungspraxis.

Über die Maßnahme entscheidet nicht die Polizeistreife am Kontrollort, sondern der Präfekt des Départements, in dem der Verstoß festgestellt wurde. Der Bescheid wird dem Betroffenen anschließend behördlich zugestellt. Nach Angaben der Regierung betrug die Aussetzung in den beteiligten Départements häufig 15 Tage. Abhängig von den Umständen und möglichen früheren Verstößen kann sie bis zu sechs Monate dauern.

Die bereits geltenden Sanktionen bleiben bestehen. Wer während der Fahrt ein Mobiltelefon in der Hand hält, riskiert weiterhin ein Bußgeld von 135 Euro und den Abzug von drei Punkten im französischen Punktesystem. Die administrative Aussetzung tritt als zusätzliche Sanktion hinzu. Weil sie vorläufig durch die Präfektur angeordnet wird, muss dafür zunächst keine gerichtliche Entscheidung abgewartet werden.

Rechtsgrundlage sind die Befugnisse der Präfekten zur vorläufigen Aussetzung einer Fahrerlaubnis. Der französische Code de la route begrenzt eine solche administrative Maßnahme grundsätzlich auf sechs Monate. Ihre tatsächliche Dauer soll sich am Einzelfall und am Grundsatz der Verhältnismäßigkeit orientieren.

Die Regierung verweist zur Begründung auf die anhaltend hohe Zahl tödlicher Verkehrsunfälle. Nach Angaben der nationalen Beobachtungsstelle für Verkehrssicherheit starben 2025 auf den Straßen des französischen Mutterlands und der Überseegebiete 3.513 Menschen. Die staatliche Verkehrssicherheitsbehörde beziffert das Unfallrisiko beim Telefonieren während der Fahrt auf das Dreifache. Das Lesen einer Nachricht oder E-Mail erhöhe die Gefahr noch stärker, weil der Blick für mehrere Sekunden von der Straße abgewandt werde.

Erfahrungen aus den Vorreiterregionen flossen in die Entscheidung ein. Im Département Landes galt die verschärfte Verwaltungspraxis seit November 2025. Dort wurden Medienberichten zufolge innerhalb der ersten drei Monate rund 300 Führerscheine wegen Handyverstößen zeitweise ausgesetzt. Mit der landesweiten Regelung liegt der Vollzug nun bei sämtlichen Präfekturen Frankreichs.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministerium des Innern und für öffentliche Sicherheit
  • Légifrance
  • Le Parisien
  • Französische Verkehrssicherheitsbehörde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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