Wirtschaft

Frankreich plant für 2027 Staatsanleihen über 340 Milliarden Euro

Frankreich will 2027 netto 340 Milliarden Euro über mittel- und langfristige Staatsanleihen aufnehmen. Fällige Altschulden und steigende Zinsausgaben treiben den Finanzierungsbedarf auf einen Rekordwert.

Paris – 30.09.2026: Frankreich will 2027 netto 340 Milliarden Euro über mittel- und langfristige Staatsanleihen aufnehmen. Das teilte die staatliche Schuldenagentur Agence France Trésor am Dienstag, 29. September, vor der Vorstellung des Haushaltsentwurfs mit. Es wäre der bislang höchste geplante Emissionsumfang des französischen Staates. Die Einnahmen sollen einen prognostizierten Finanzierungsbedarf von 339,7 Milliarden Euro decken.

Gegenüber dem für 2026 aktualisierten Bedarf entspricht das einem Anstieg um 28 Milliarden Euro. Als wichtigsten Grund nennt die Behörde höhere Rückzahlungen für Staatsanleihen mit mittleren und langen Laufzeiten. Viele dieser Papiere wurden in den vergangenen Jahren ausgegeben, als Frankreich die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie und der Energiekrise finanzierte. Nun werden sie schrittweise fällig und müssen durch neue Kredite abgelöst werden.

Hinzu kommt, dass der Staat Mittel ersetzen muss, die bislang aus dem europäischen Aufbau- und Resilienzplan flossen. Diese Unterstützung läuft Ende 2026 aus. Für 2027 ist zudem vorgesehen, den Bestand kurzfristiger Staatspapiere um 2,2 Milliarden Euro zu erhöhen. Der gesamte Emissionsbetrag darf allerdings nicht mit einer ebenso hohen Neuverschuldung verwechselt werden: Ein großer Teil dient der Ablösung fälliger Anleihen.

Wachsenden Druck erzeugen die Zinsausgaben. Für 2027 veranschlagt die Agence France Trésor den Schuldendienst mit 72,9 Milliarden Euro. Für 2026 werden inzwischen 62,6 Milliarden Euro erwartet; im ursprünglichen Haushalt waren 59,3 Milliarden Euro angesetzt. Der gewichtete Durchschnittszins der bis Ende September 2026 ausgegebenen mittel- und langfristigen Staatstitel lag bei 3,55 Prozent. Im Jahr 2025 waren es 3,14 Prozent gewesen.

Der Haushaltsentwurf für 2027 soll am Donnerstag, 1. Oktober 2026, vorgestellt werden. Die Regierung strebt darin ein öffentliches Defizit von 5,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts an. Die amtlichen Daten zeigen, von welchem Niveau aus die Konsolidierung beginnen soll: Ende des ersten Quartals 2026 belief sich die öffentliche Maastricht-Schuld auf 3.536,1 Milliarden Euro oder 117,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Binnen eines Quartals nahm sie um 75,6 Milliarden Euro zu.

Trotz des größeren Finanzierungsvolumens konnte Frankreich seine Anleihen 2026 bislang deutlich überzeichnet platzieren. Nach Angaben der Schuldenagentur überstieg die Nachfrage das Angebot bei kurzfristigen Papieren um das 3,5-Fache, bei mittel- und langfristigen Titeln um das 2,5-Fache. Diese Nachfrage erleichtert die Platzierung, schützt den Staat aber nicht vor höheren Marktzinsen. Die detaillierte Planung der Anleiheemissionen für 2027 will die Behörde im Dezember veröffentlichen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Agence France Trésor
  • Institut national de la statistique et des études économiques

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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