Paris – 30.09.2026: Die französische Regierung will besonders profitable Autobahnkonzessionäre und Flughafenbetreiber stärker besteuern. Nach den am 28. September vorgestellten Plänen für den Haushalt 2027 soll der Höchstsatz der bestehenden Abgabe von derzeit 4,6 Prozent auf bis zu 12,2 Prozent steigen. Betroffen wären Betreiber besonders rentabler Fernverkehrsinfrastrukturen.
Der Staat erwartet dadurch zusätzliche Einnahmen von rund 800 Millionen Euro im Jahr. Das gesamte Aufkommen der Abgabe würde nach Regierungsangaben von etwa 600 Millionen auf 1,4 Milliarden Euro steigen. Vorgesehen ist ein gestaffelter Tarif, der sich an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Unternehmen orientiert. Betreiber mit geringerer Rentabilität sollen entsprechend weniger belastet werden als Konzerne mit besonders hohen Erträgen.
Für Autofahrer stellt sich vor allem die Frage, ob die zusätzliche Belastung zu höheren Mautpreisen führt. Nach Darstellung der Regierung darf die Steuer nicht über die vertraglich festgelegte Berechnungsformel auf die Gebühren an den Mautstellen umgelegt werden. Eine Garantie für unveränderte Tarife im Jahr 2027 ist das allerdings nicht: Die jährlichen Anpassungen der Maut werden gesondert nach den Regeln der jeweiligen Konzessionsverträge berechnet.
Die Abgabe auf den Betrieb von Fernverkehrsinfrastrukturen wurde mit dem Haushaltsgesetz für 2024 eingeführt. Sie greift, wenn Einnahmen und durchschnittliche Rentabilität eines Betreibers gesetzlich bestimmte Schwellen überschreiten. Mehrere Unternehmen gingen gegen die Regelung vor. Der französische Verfassungsrat erklärte sie im September 2024 jedoch für verfassungsgemäß.
Die Einnahmen sollen weiterhin der Finanzierung der Verkehrsnetze dienen. Die Regierung verbindet die höhere Besteuerung mit dem Ziel, Straßen, Schienenwege und weitere Infrastruktur zu modernisieren. Von 2028 an ist dafür ein Fonds namens Ambition Transports vorgesehen, der Investitionen in bestehende Netze absichern soll. Damit erhält die Steuerdebatte eine zweite Dimension: Neben der Belastung einzelner Betreiber geht es um die Frage, wie Frankreich den langfristigen Erhalt seiner Verkehrswege finanziert.
Zugleich bereitet das Land die künftige Ordnung seiner Autobahnen vor. Die wichtigsten bestehenden Konzessionsverträge enden zwischen dem 31. Dezember 2031 und dem 30. September 2036. Das Verkehrsministerium will am Mautprinzip grundsätzlich festhalten, die staatliche Kontrolle über die wirtschaftlichen Bedingungen der Konzessionen aber verstärken. Das Auslaufen der Verträge eröffnet dem Staat die Möglichkeit, Laufzeiten, Investitionspflichten und Einnahmenverteilung neu zu ordnen.
Im Jahr 2026 stiegen die Mauttarife auf den historischen Konzessionsnetzen im Durchschnitt um 0,86 Prozent. Die geplante höhere Abgabe ist bislang Teil der Haushaltsplanung. Über ihre endgültige Ausgestaltung und den Höchstsatz entscheidet das Parlament im Gesetzgebungsverfahren für den Haushalt 2027.
Quellen
- Franceinfo vom 29. September 2026
- Boursorama mit AFP-Meldung vom 29. September 2026
- Französisches Ministerium für ökologischen Wandel und Verkehr
- Französischer Verfassungsrat
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).