Paris – 28.08.2026: Frankreichs Landwirtschaftsministerium bereitet einen Hilfsplan für Bauernhöfe vor, die unter den Hitzewellen, der Dürre und den Vegetationsbränden dieses Sommers leiden. Landwirtschaftsministerin Annie Genevard will sich nach Angaben von Franceinfo in Kürze dazu äußern. Grundlage für die Ausgestaltung sind Schadensmeldungen regionaler Dürre-Arbeitsgruppen bei den Präfekturen. Vorrangig geht es um Betriebe, deren finanzielle Lage sich infolge von Ernteausfällen und steigenden Kosten zugespitzt hat.
Der staatliche Rahmen trägt die Bezeichnung Canicule – Sécheresse – Incendies, auf Deutsch Hitzewelle – Dürre – Brände. Er soll mehrere Instrumente bündeln: Liquiditätshilfen, Erleichterungen bei Sozialabgaben, vereinfachte Verwaltungsverfahren und Ausnahmen von einzelnen Vorgaben. Hinzukommen sollen Mittel, mit denen besonders schwer getroffene Höfe ihre Produktion wieder aufnehmen können. Über Umfang, Voraussetzungen und regionale Verteilung der Hilfen liegen bislang keine abschließenden Angaben vor.
Die Wetterdaten erklären den Handlungsdruck. Météo-France bezifferte die landesweite Durchschnittstemperatur im Juli 2026 auf 24,9 Grad Celsius. Damit war es der wärmste Juli seit Beginn der nationalen Messreihe im Jahr 1900. Zugleich blieb der Niederschlag deutlich unter dem langjährigen Mittel. Ende Juli war die Bodenfeuchte auf ein Niveau gesunken, das mit der Lage Mitte August 2022 vergleichbar war.
Bereits vom 17. bis 30. Juni hatte eine frühe und intensive Hitzewelle weite Teile Frankreichs erfasst. Vom 4. bis 19. Juli folgte laut Météo-France die 53. landesweite Hitzewelle seit 1947. Anfang August verschärfte sich die Bodentrockenheit trotz örtlicher Gewitter weiter. Im Ackerbau drohen geringere Erträge, während Viehhalter zusätzlich unter knappen Futtervorräten und höheren Beschaffungskosten leiden.
Erste Hilfen gelten bereits. Versicherer dürfen bei versicherten Ernteausfällen seit Ende Juli Vorschüsse von bis zu 80 Prozent der erwarteten Entschädigung zahlen. Das Ministerium prüft zudem Zuschüsse zum Transport von Tierfutter, falls regionale Bestände nicht ausreichen. Damit sollen Betriebe schneller über Geld verfügen und ihre Tiere auch dort versorgen können, wo die Trockenheit Weiden und Futterpflanzen besonders stark geschädigt hat.
Auch bei Brachflächen gibt es eine Ausnahme von den Regeln der Gemeinsamen Agrarpolitik. Ordnen Präfekten wegen hoher Brandgefahr das Mähen an, kann der ökologische Status der Flächen erhalten bleiben. Den Höfen gehen dadurch nicht automatisch die entsprechenden Direktzahlungen für 2026 verloren.
Der Hilfsplan soll diese Einzelmaßnahmen zusammenführen und die regional unterschiedlichen Schäden berücksichtigen. Parallel fördert das Programm Landwirtschaft-Mittelmeer seit Ende Juni gemeinschaftlich entwickelte Projekte, mit denen Anbaumethoden und Kulturen im Mittelmeerraum an trockenere Bedingungen angepasst werden sollen.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Ernährungssouveränität
- Météo-France
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).