Paris – 07.08.2026: Französische Ermittlungsbehörden registrieren einen starken Anstieg der Cannabislieferungen aus Thailand. Eine interne Analyse des Office anti-stupéfiants (OFAST), die dem Sender Franceinfo vorliegt, beschreibt die Entwicklung als auffällig. Getrocknete Cannabisblüten gelangen demnach über neue Routen nach Frankreich. Für Polizei und Zoll deutet sich damit eine Verschiebung im internationalen Handel mit illegalen Drogen an.
Thailand hatte Cannabis 2022 weitgehend aus dem Bereich verbotener Substanzen herausgenommen. In kurzer Zeit entstanden umfangreiche Anbau- und Handelsstrukturen, deren Erzeugnisse teilweise für ausländische Märkte bestimmt waren. Später verschärfte die Regierung die Regeln wieder. Nach Angaben des Internationalen Suchtstoffkontrollrats wurde Cannabis im Juni 2025 erneut als kontrollierte Substanz eingestuft. Der medizinische Gebrauch bleibt unter regulierten Bedingungen möglich.
An der Rechtslage in Frankreich ändert die zeitweilige Liberalisierung in Thailand nichts. Cannabis und Cannabisharz stehen weiterhin auf der französischen Liste der Betäubungsmittel. Einfuhr, Besitz und Weitergabe sind grundsätzlich strafbar, sofern keine eng begrenzte behördliche Genehmigung für medizinische, wissenschaftliche oder industrielle Zwecke vorliegt. Auch der grenzüberschreitende Verkehr mit kontrollierten Arzneimitteln bedarf vorheriger Genehmigungen.
Die jüngsten verfügbaren Zahlen lassen die Bedeutung der thailändischen Route erkennen. Das Observatoire français des drogues et des tendances addictives verzeichnete für 2024 die Sicherstellung von 1,8 Tonnen Cannabisblüten aus Thailand. Die Angabe stützt sich auf Daten der nationalen Zolldirektion DNRED. Thailand hat demnach neben den etablierten Herkunftsregionen als Quelle für den französischen Markt an Gewicht gewonnen.
Organisierte Gruppen nutzen nach Erkenntnissen aus anderen Verfahren unterschiedliche Transportwege. Die Ware wird als Fracht, per Paketpost oder durch Kuriere befördert und häufig in unauffälligen Handelslieferungen verborgen. Im Mai 2026 untersuchten die französische Gendarmerie und das OFAST bereits ein mutmaßliches Netzwerk, das Cannabis aus Kalifornien per kommerzieller Fracht nach Frankreich gebracht haben soll. Die Ermittler ordneten der Gruppe mindestens 21 Sendungen seit Juni 2025 zu.
Wie anpassungsfähig diese Lieferketten sind, belegt ein weiterer Fund aus dem Sommer 2026. In Marseille entdeckte der französische Zoll mehr als 1,7 Tonnen Cannabis in einer aus Thailand stammenden Warenlieferung, deren Endziel Spanien gewesen sein soll. Die Drogen waren zwischen Gummistiefeln und Textilien versteckt.
Die OFAST-Analyse liefert keinen Anhaltspunkt für einen legalen Handel mit Cannabisblüten aus Thailand nach Frankreich. Polizei und Zoll gehen vielmehr gegen Lieferketten vor, die unterschiedliche nationale Vorschriften und reguläre Warenströme ausnutzen. Die eingeführten Produkte werden in Frankreich als illegale Betäubungsmittel behandelt.
Quellen
- Franceinfo
- Observatoire français des drogues et des tendances addictives
- Légifrance
- Direction générale des douanes et droits indirects
- Gendarmerie nationale
- Internationaler Suchtstoffkontrollrat
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).