Wirtschaft

Frankreich setzt bei hohen Spritpreisen auf gezielte Hilfen

Wirtschaftsminister Roland Lescure lehnt eine allgemeine Senkung der Kraftstoffsteuern bis zum Jahresende ab. Stattdessen weitet die Regierung vom 1. Oktober 2026 an Hilfen für Vielfahrer und besonders belastete Branchen aus.

Paris – 25.09.2026: Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Roland Lescure hat eine allgemeine Senkung der Kraftstoffsteuern bis zum Jahresende ausgeschlossen. Im französischen Fernsehen sagte er, ein solcher Schritt stehe vorerst nicht an. Die Regierung hält damit an ihrem Kurs fest, die Belastung durch hohe Preise an den Tankstellen mit gezielten Hilfen abzﻞrn, statt die Abgaben für sämtliche Verbraucher zu verringern.

Die Entscheidung berührt eine zentrale Frage der französischen Wirtschaftspolitik: Eine breit angelegte Steuersenkung würde den Staatshaushalt erheblich belasten und zugleich Autofahrern zugutekommen, die auf Entlastung weniger dringend angewiesen sind. Das Kabinett setzt deshalb auf Programme, die sich an langen Arbeitswegen, hohen beruflichen Fahrleistungen oder der besonderen Abhängigkeit einzelner Wirtschaftszweige von Kraftstoffen orientieren.

Für Beschäftigte mit langen Arbeitswegen wird die Unterstützung auf Oktober, November und Dezember 2026 ausgedehnt. Wer bereits für den Zeitraum von April bis September eine Hilfe von 100 Euro erhalten hat, soll die neue Leistung nach Angaben des Wirtschaftsministeriums automatisch beziehen. Für die drei Herbstmonate entspricht der staatliche Zuschuss einer Entlastung von insgesamt 40 Cent je Liter Kraftstoff.

Zugleich werden die Zugangsvoraussetzungen für häusliche Pflegekräfte angepasst. Wer im Arbeitsalltag mindestens 30 Kilometer täglich zurücklegt, soll leichter in das Förderverfahren aufgenommen werden. Freiberufliche Pflegekräfte mit besonders vielen Fahrten, vor allem in ländlichen Gebieten, können darüber hinaus eine Unterstützung der Krankenversicherung von 80 Euro erhalten. Nach Angaben der Regierung kommen dafür rund 25.000 Menschen infrage.

Auch Unternehmen aus Landwirtschaft und Bauwirtschaft sollen die bestehenden Hilfen bis zum 31. Dezember 2026 weiter nutzen können. Für die Fischerei wird vom 1. Oktober an zudem ein zinsloses Darlehen von bis zu 50.000 Euro angeboten. Es soll Liquiditätsengpässe überbrücken, bis vorgesehene Kraftstoffhilfen ausgezahlt sind. Die direkte Entlastung für Fischer in Höhe von 25 Cent je Liter gilt den Regierungsangaben zufolge für September und Oktober.

Finanziert werden sollen die Programme teilweise aus zusätzlichen Einnahmen bei Mehrwert- und Verbrauchsteuern, die infolge höherer Kraftstoffpreise anfallen. Die Regierung bezeichnet dieses Verfahren als goldene Regel: Preisbedingte Mehreinnahmen sollen nicht ohne Ausgleich im Haushalt verbleiben, sondern an besonders belastete Haushalte und Branchen zurückfließen. Vorgestellt wurde der Mechanismus am 22. September als Teil der wirtschaftspolitischen Reaktion auf die durch den Konflikt im Nahen Osten verschärften Energiepreissteigerungen.

Lescures Aussage legt damit die Linie bis zum Jahresende fest: keine pauschale Steuersenkung, dafür befristete Unterstützung nach Fahrleistung und wirtschaftlicher Betroffenheit. Die Hilfen für Landwirtschaft und Bauwirtschaft laufen nach dem derzeitigen Beschluss bis zum 31. Dezember 2026.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Ministerium für Wirtschaft und Finanzen
  • Französische Regierung

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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