Politik & Gesellschaft

Frankreich setzt nach Schülerprotesten auf Fernunterricht

Nach Gewalt und Blockaden an französischen Gymnasien soll der Unterricht örtlich ins Netz verlegt werden. Bildungsminister Édouard Geffray verspricht zugleich Gespräche über die Forderungen der Schüler.

Paris – 02.10.2026: Frankreichs Bildungsminister Édouard Geffray hat angesichts landesweiter Schülerproteste dazu aufgerufen, an besonders betroffenen Gymnasien Fernunterricht einzurichten. Die Maßnahme ist für Schulen vorgesehen, an denen blockierte Zugänge oder Sicherheitsrisiken einen regulären Betrieb verhindern. Nach Angaben der Regierung sollten am Freitag rund 400 Gymnasien geschlossen bleiben.

Der digitale Unterricht ist nicht flächendeckend geplant, sondern richtet sich nach der Lage vor Ort. Die Schulleitungen stimmen das Vorgehen mit den Rektoraten und Präfekturen ab. Für vorübergehende Schließungen sieht das Bildungsministerium einen Plan zur pädagogischen Kontinuität vor. Er umfasst eigenständige Arbeitsaufträge, digitale Materialien und virtuelle Unterrichtsstunden über staatlich bereitgestellte Plattformen. Damit soll der Unterricht auch dann fortgesetzt werden, wenn Schüler und Lehrkräfte das Schulgebäude nicht sicher betreten können.

Anlass für die verschärften Vorkehrungen waren gewaltsame Ausschreitungen am Donnerstag, dem 1. Oktober. In Nantes wurden nach Angaben der Präfektur Loire-Atlantique drei Bildungseinrichtungen durch Brände beschädigt. Am Berufsgymnasium Nelson Mandela trafen die Flammen demnach den Eingangsbereich, Teile des Dachs und mehrere Unterrichtsräume. Die Regierung wertet solche Vorfälle als unmittelbare Gefahr für Schüler, Lehrkräfte und weiteres Schulpersonal.

Das Innenministerium untersagte für Freitag Kundgebungen im Umfeld der geschlossenen Gymnasien. Die entsprechenden Anordnungen erließen die Präfekten jeweils für ihren Zuständigkeitsbereich. Der Staat versucht damit, zwischen politischem Protest und Gewalttaten zu unterscheiden: Schüler sollen ihre Forderungen öffentlich vertreten können, während Blockaden, Sachbeschädigungen und Angriffe auf Beschäftigte unterbunden werden. Vorerst prägt jedoch die Sicherheitslage den Umgang der Regierung mit der Protestbewegung.

Hinter der Mobilisierung stehen zugleich länger bekannte Konflikte im französischen Schulwesen. Schülervertreter fordern mehr Lehrkräfte, verlässlicheren Ersatz bei Unterrichtsausfall, bessere Schulgebäude und weniger überladene Stundenpläne. Kritik richtet sich außerdem gegen Parcoursup, das zentrale französische Verfahren für die Vergabe von Studienplätzen. An mehreren Orten hatten die Proteste zunächst mit örtlich begrenzten Schulblockaden begonnen, bevor die Bewegung anwuchs und es zu gewaltsamen Zwischenfällen kam.

Geffray wollte am Freitag Vertreter von Schülerorganisationen, Elternverbänden und Beschäftigten sowie gewählte Mitglieder des Nationalen Rates für das Schülerleben empfangen. Zudem kündigte der Minister eine digitale Befragung von Schülern an. Die Regierung verbindet damit drei Instrumente: örtliche Schulschließungen sollen Gefahren begrenzen, Fernunterricht den Zugang zur Bildung sichern und Gespräche die politischen Forderungen aufnehmen. Grundlage für den Schulbetrieb bleibt der bereits bestehende staatliche Plan zur pädagogischen Kontinuität.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Bildungsministerium
  • LCP – Assemblée nationale
  • Le Monde
  • Eduscol

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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