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Frankreich und Lettland beraten über nukleare Abschreckung

Lettland will sich an Frankreichs Initiative zur erweiterten nuklearen Abschreckung beteiligen. Nach Angaben aus Riga hat Präsident Emmanuel Macron Gesprächen zugestimmt.

Riga – 22.09.2026: Frankreich und Lettland wollen über eine Beteiligung Rigas an der von Präsident Emmanuel Macron vorgeschlagenen erweiterten französischen Abschreckung verhandeln. Der lettische Ministerpräsident Andris Kulbergs erklärte am Dienstag, Macron habe dem Beginn entsprechender Gespräche zugestimmt. Eine gemeinsame Erklärung beider Regierungen mit Angaben zu Zeitplan, Teilnehmern oder möglichen militärischen Schritten lag zunächst nicht vor.

Die Ankündigung gehört zu einer französischen Initiative, die seit März den europäischen Bezug der nationalen Nuklearstreitkräfte politisch und militärisch stärken soll. Frankreich bleibt alleiniger Eigentümer seiner Atomwaffen; über deren Einsatz entscheidet der Präsident der Republik. Die Gespräche mit europäischen Partnern ändern weder die nationale Befehlsgewalt noch begründen sie eine gemeinsame europäische Nuklearstreitmacht.

Macron hatte seine Doktrin am 2. März auf dem Stützpunkt Île Longue erläutert, dem zentralen Standort der französischen strategischen U-Boot-Komponente. Er verband die angekündigte Aufstockung des französischen Arsenals mit dem Konzept einer vorgelagerten Abschreckung. Partnerstaaten sollen demnach enger an strategischen Konsultationen, Übungen und der politischen Kommunikation beteiligt werden. Paris begründet diesen Kurs mit der verschlechterten Sicherheitslage in Europa und der Bedrohung durch Russland.

Finnland schloss sich der Initiative am 14. September formell an. Die Regierungen in Paris und Helsinki vereinbarten, eine nukleare Lenkungsgruppe einzurichten. Nach französischen Angaben haben zuvor bereits Belgien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, die Niederlande, Polen und Schweden einen Dialog über das neue Format aufgenommen. Gespräche mit Lettland würden die Initiative weiter in den östlichen Ostseeraum ausdehnen.

Für Lettland ist die Frage von besonderem Gewicht. Das baltische Land grenzt an Russland und Belarus und gehört seit 2004 der Nato an. Seine Sicherheit stützt sich bislang vor allem auf die Beistandsgarantie nach Artikel 5 des Nordatlantikvertrags sowie auf die militärische Präsenz verbündeter Staaten an der Ostflanke. Eine Zusammenarbeit mit Frankreich würde diese Zusagen nicht ersetzen. Sie könnte jedoch die französische Abschreckungsdoktrin enger mit der Sicherheit besonders exponierter europäischer Partner verknüpfen.

Die französische Regierung bezeichnet ihre Nuklearstrategie weiterhin als defensiv und verweist auf die Einhaltung internationaler Verpflichtungen. In den Verhandlungen dürfte es zunächst um Konsultationswege, strategische Signale und konventionelle Beiträge zur Glaubwürdigkeit der Abschreckung gehen. Ob daraus eine dauerhafte französische Präsenz, gemeinsame Übungen oder feste Gremien hervorgehen, ist bislang nicht vereinbart. Als mögliches Modell dient die Vereinbarung mit Finnland: Dort soll eine bilaterale nukleare Lenkungsgruppe die Zusammenarbeit ausgestalten.

Quellen

  • Franceinfo
  • Élysée-Palast
  • Französisches Verteidigungsministerium

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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