Paris – 25.09.2026: Frankreich wählt am Sonntag, dem 27. September 2026, 178 der insgesamt 348 Mitglieder des Senats neu. Zur Abstimmung steht die sogenannte Serie 2; die Mandate laufen über sechs Jahre. Seit 2011 wird die zweite Kammer des französischen Parlaments alle drei Jahre jeweils zur Hälfte erneuert.
Anders als bei Präsidentschafts-, Parlaments- oder Kommunalwahlen entscheiden die Bürgerinnen und Bürger nicht unmittelbar über die Zusammensetzung des Senats. Die Mitglieder werden von einem Wahlkollegium bestimmt, dem Abgeordnete, amtierende Senatoren, Regional- und Départementsräte sowie Delegierte der Gemeinderäte angehören. Nach Angaben des Senats kommen rund 95 Prozent der Wahlberechtigten aus den Kommunen.
Das indirekte Verfahren entspricht der verfassungsrechtlichen Aufgabe der Kammer: Der Senat vertritt die Gebietskörperschaften des französischen Mutterlands und der Überseegebiete sowie die im Ausland lebenden Franzosen. Er wirkt an der Gesetzgebung mit und kontrolliert die Regierung. Bei anhaltenden Meinungsverschiedenheiten kann grundsätzlich die Nationalversammlung das letzte Wort erhalten. Verfassungsänderungen bedürfen dagegen der Zustimmung beider Kammern.
Die Wahl umfasst 58 Départements im Mutterland, die Vertretung der Auslandsfranzosen sowie Guyana, Saint-Barthélemy, Saint-Martin, Wallis und Futuna und Französisch-Polynesien. Insgesamt werden Mandate in 64 Wahlkreisen vergeben. Wie viele Sitze jeweils zur Wahl stehen, richtet sich nach der Einwohnerzahl.
In Wahlkreisen mit einem oder zwei Mandaten gilt das Mehrheitswahlrecht. Falls erforderlich, findet noch am selben Tag ein zweiter Wahlgang statt. Wo mindestens drei Sitze zu vergeben sind, entscheidet eine Listenwahl nach dem Verhältniswahlrecht in einem einzigen Durchgang. Von den 178 Mandaten werden 119 nach dem Verhältnis- und 59 nach dem Mehrheitswahlrecht bestimmt. Die Listen müssen abwechselnd mit Frauen und Männern besetzt sein.
Das Wahlsystem verleiht lokalen Bündnissen und kommunalen Mehrheiten erhebliches Gewicht. Die Senatswahl folgt deshalb einer anderen politischen Logik als eine landesweite Abstimmung. Da die kommunalen Mandatsträger den weitaus größten Teil des Wahlkollegiums stellen, wird sich im Ergebnis vor allem das Kräfteverhältnis spiegeln, das aus den Kommunalwahlen vom März 2026 hervorgegangen ist. Der Senat ist traditionell stärker von örtlichen Netzwerken geprägt als die Nationalversammlung.
Am 27. September geben die Wahlberechtigten ihre Stimmen in den jeweiligen Wahlkreisen ab. In Mehrheitswahlkreisen kann am Nachmittag ein zweiter Durchgang folgen. Der Senat will die Ergebnisse von 17 Uhr an fortlaufend veröffentlichen. Die neu gewählten Senatorinnen und Senatoren erhalten jeweils ein sechsjähriges Mandat.
Quellen
- Franceinfo: So funktionieren die Senatswahlen
- Französisches Innenministerium: Senatswahlen am 27. September 2026
- Französischer Senat: Wahlabend 2026
- Französischer Senat: Wahlverfahren
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).