Politik & Gesellschaft

Frankreich will das Defizit 2027 auf fünf Prozent senken

Die Regierung von Premierminister Sébastien Lecornu plant für 2027 ein öffentliches Defizit von fünf Prozent der Wirtschaftsleistung. Steigende Zinsen und ein wachsender Finanzierungsbedarf engen ihren Spielraum ein.

Paris – 01.10.2026: Frankreichs Regierung hat ihren Haushaltsentwurf für 2027 vorgestellt und damit die politische Auseinandersetzung über die Sanierung der Staatsfinanzen eröffnet. Das Kabinett von Premierminister Sébastien Lecornu strebt für das kommende Jahr ein öffentliches Defizit von 5,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts an. Für 2026 wird noch mit 5,4 Prozent gerechnet.

Die Vorlage umfasst den Staatshaushalt und die Finanzierung der Sozialversicherung. Nach den bisher bekannten Eckwerten sollen vor allem die Ausgaben für Alterssicherung, Gesundheit und öffentliche Verwaltung begrenzt werden. Die Regierung will die strukturell angespannte Haushaltslage korrigieren, ohne die schwache Konjunktur zusätzlich zu belasten. Wie sich Einsparungen und mögliche Mehreinnahmen im Einzelnen verteilen, dürfte zu den zentralen Streitpunkten der parlamentarischen Beratungen gehören.

Der Druck wächst vor allem durch die teurere Kreditaufnahme. Die durchschnittliche Verzinsung der 2026 begebenen französischen Staatsanleihen mittlerer und langer Laufzeit lag Ende September bei 3,55 Prozent. Im Jahr 2025 waren es noch 3,14 Prozent. Schon ein vergleichsweise kleiner Anstieg fällt wegen des hohen jährlichen Refinanzierungsvolumens erheblich ins Gewicht.

Die für das Schuldenmanagement zuständige Agence France Trésor beziffert den Finanzierungsbedarf des Staates für 2027 auf 339,7 Milliarden Euro. Das sind 28 Milliarden Euro mehr als in der aktualisierten Planung für 2026. Einen großen Teil machen fällig werdende mittel- und langfristige Wertpapiere aus, die zurückgezahlt oder durch neue Schulden ersetzt werden müssen. Vorgesehen sind Nettoemissionen mittel- und langfristiger Staatsanleihen von 340 Milliarden Euro.

Die Zinslast soll nach der Planung von 62,6 Milliarden Euro im laufenden Jahr auf 72,9 Milliarden Euro 2027 steigen. Der Schuldendienst entwickelt sich damit zu einem der größten Posten im Haushalt. Die Mehrbelastung entsteht aus den laufenden Defiziten und daraus, dass ältere, zu niedrigen Zinsen ausgegebene Anleihen nach und nach durch teurere Papiere ersetzt werden.

Für 2027 erwartet die Regierung ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent. Die öffentliche Verschuldung dürfte dennoch auf 121,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Das Defizitziel bleibt deutlich über der europäischen Referenzmarke von drei Prozent, bedeutet gegenüber 2026 aber eine begrenzte Konsolidierung.

In der Nationalversammlung sind die Beratungen über den zweiten Teil des Finanzgesetzes vom 27. Oktober bis zum 16. November 2026 vorgesehen. Die Abstimmung über den gesamten Entwurf ist für den 17. November angesetzt. Bis dahin kann das Parlament die geplante Verteilung von Ausgabenkürzungen und Einnahmen noch erheblich verändern.

Quellen

  • Agence France Trésor
  • Französisches Wirtschafts- und Finanzministerium
  • Nationalversammlung Frankreichs
  • TV5MONDE
  • Le Monde
  • RTL France
  • Euronews

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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