À la une · 29.06.2025 07:10
Frankreich zieht die Reißleine: Ab heute herrscht Rauchverbot in Parks, an Stränden und vor Schulen
Frankreich dreht dem Qualm den Hahn zu. Seit diesem Sonntag, 29. Juni 2025, gilt ein weitreichendes Rauchverbot in vielen öffentlichen Außenbereichen. Ein großer Schritt – besonders für den Schutz von Kindern. Die Maßnahme ist...
Frankreich dreht dem Qualm den Hahn zu. Seit diesem Sonntag, 29. Juni 2025, gilt ein weitreichendes Rauchverbot in vielen öffentlichen Außenbereichen. Ein großer Schritt – besonders für den Schutz von Kindern. Die Maßnahme ist Teil des nationalen Tabakbekämpfungsprogramms (PNLT) 2023-2027, das ein ehrgeiziges Ziel verfolgt: eine Generation ohne Tabak bis 2032.
Hier ist Schluss mit Rauchen: Der am 28. Juni veröffentlichte Erlass nennt folgende Orte: Strände während der Badesaison – ob Côte d’Azur oder Atlantikküste, der Strand bleibt rauchfrei. Öffentliche Parks und Gärten – kein Zigarettenduft mehr zwischen Rosen und Rasenflächen. Bushaltestellen und überdachte Wartezonen – für Pendler bedeutet das: Keine Qualmwolken unter dem Dach. Unmittelbare Umgebung von Schulen, Bibliotheken, Schwimmbädern und Sportanlagen – mindestens zehn Meter Abstand sind hier Pflicht. Wer sich entspannt mit Zigarette in der Hand in den Café-Terrassen sieht, kann aufatmen – dort bleibt Rauchen erlaubt. Auch E-Zigaretten sind aktuell nicht betroffen. Aber genau diese Ausnahmen sorgen bereits für Diskussionen.
Warum das Ganze? Der Hauptgrund ist simpel. Kinder sollen geschützt werden. Ob im Park beim Spielen oder vor der Schule – Passivrauchen bleibt gefährlich. Tabakgegner begrüßen daher das Verbot als wichtigen Schritt zur „Denormalisierung“ des Rauchens in der Öffentlichkeit. Denn wie erklärt man einem Kind, warum Erwachsene neben der Schaukel oder dem Schulhof rauchen dürfen – obwohl alle wissen, wie schädlich es ist?
Gibt’s erstmal nur Ermahnungen? Fast. Zunächst startet eine Phase der „pädagogischen Umsetzung“. Übersetzt: Polizisten und Ordnungskräfte werden eher aufklären als sofort abkassieren. Doch wer sich bewusst nicht an das Verbot hält, riskiert empfindliche Strafen: 135 Euro Bußgeld (Viertklassige Ordnungswidrigkeit). Im Wiederholungsfall oder bei Widerspruch kann es bis zu 750 Euro teuer werden.
Kritik und Ausblick: Verbände wie die Ligue contre le cancer loben den Vorstoß ausdrücklich. Andere warnen: Die Ausklammerung von Café-Terrassen und E-Zigaretten sei inkonsequent. Denn dort sitzen nicht selten Familien mit Kindern, während Fruchtaromen aus den Vapes nebenan süßlich in der Luft hängen – oft gerade für Jugendliche besonders reizvoll. Ob Frankreich diese Lücke schließt? Die Debatte läuft bereits. Der nächste Schritt könnte eine Ausweitung auf Nikotinprodukte aller Art sein.
Was bleibt? Ein rauchfreierer Sommer. Ein klares Zeichen der Regierung für Gesundheitsprävention. Und für viele Raucher die rhetorische Frage, die sie sich nun öfter stellen dürften: „Wo darf ich hier eigentlich noch rauchen?“ Wahrscheinlich ist genau das der Sinn dahinter.
Autor: Andreas M. B.