Politik & Gesellschaft

Frankreichs Bildungsminister sucht den Dialog mit Schülern

Nach Blockaden an zahlreichen Gymnasien kündigt Bildungsminister Édouard Geffray Gespräche, lokale Beratungen und eine nationale Beteiligungsplattform an. Zugleich weist die Regierung Gewalt und vollständige Schulblockaden zurück.

Paris – 01.10.2026: Nach mehreren Tagen mit Blockaden an französischen Gymnasien setzt das Bildungsministerium auf einen gestuften Dialog. Bildungsminister Édouard Geffray will am Freitag, 2. Oktober, Schülervertretungen, Gewerkschaften des Schulpersonals und Elternorganisationen empfangen. Von Montag an soll zudem eine digitale Beteiligungsplattform allen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten offenstehen.

Geffray begründet die Initiative mit der Bandbreite der vorgetragenen Beschwerden. Dazu gehören fehlende Lehr- und Aufsichtskräfte, Unterrichtsausfälle ohne Vertretung, überfüllte Klassen, bauliche Mängel sowie Probleme mit Verpflegung und Stundenplänen. Die Schülergewerkschaft Union syndicale lycéenne führt die Proteste vor allem auf den Mangel an finanziellen und personellen Mitteln im Schulwesen zurück.

Zunächst sollen vorhandene Mitwirkungsgremien genutzt werden. Die Schulleitungen wurden aufgefordert, bei Bedarf noch in dieser Woche die Räte für das Gymnasialleben einzuberufen. Die regionalen Bildungsverwaltungen sollen binnen 48 Stunden entsprechende akademische Räte versammeln. Möglich sind außerdem außerordentliche Sitzungen der Verwaltungsräte, denen Vertreter des Personals, der Schülerschaft und der Kommunalpolitik angehören.

Die angekündigte Plattform soll individuelle und gemeinsame Beiträge aufnehmen. Nach Angaben des Ministers werden die Eingaben auf der Ebene der Schulen, der Bildungsregionen und des Staates ausgewertet. Danach ist eine landesweite Bilanz vorgesehen. Konkrete Zusagen zu zusätzlichen Stellen, Investitionen oder Änderungen am Verfahren der Studienplatzvergabe über Parcoursup machte die Regierung bislang nicht.

Der Ankündigung gingen mehrere Tage mit Blockaden und teils gewaltsamen Zwischenfällen vor Schulen voraus. Innenminister Laurent Nuñez und Geffray berieten am 30. September mit Präfekten und Leitern der regionalen Bildungsverwaltungen über die Lage. Der Staat will den Zugang zum Unterricht sichern und bei Gefahren eingreifen. Für aus Sicherheitsgründen unzugängliche Einrichtungen wurde auch Fernunterricht als vorübergehende Lösung genannt.

Die Regierung bemüht sich, Forderungen zum Schulalltag von Ausschreitungen zu trennen. Geffray erkennt Beschwerden über die Lern- und Lebensbedingungen an den Gymnasien grundsätzlich an, lehnt Gewalt und vollständige Blockaden jedoch ab. Solche Sperren nähmen häufig vielen Jugendlichen die Möglichkeit zum Unterricht, obwohl sich nur ein Teil der Schülerschaft daran beteilige.

Für den Dialog bestehen bereits gewählte Strukturen. Dem nationalen Rat für das Gymnasialleben gehören 30 Schülervertreter aus den akademischen Räten an; das Gremium berät das Ministerium über Fragen des Schulalltags. Während der vom 21. September bis 3. Oktober angesetzten Woche der schulischen Demokratie finden außerdem Wahlen zu schulischen Vertretungen statt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Bildungsministerium
  • Édouard Geffray auf LinkedIn
  • RTL
  • L'Etudiant

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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