Paris – 03.10.2026: In Frankreich waren am 1. September 2026 insgesamt 90.020 Menschen inhaftiert. Das geht aus den am 2. Oktober aktualisierten Monatsdaten des Justizministeriums hervor. Gegenüber dem Vorjahresstichtag stieg die Zahl um 6,8 Prozent. Damit wurde der bisherige Höchststand vom 1. August 2026, als 89.668 Menschen in Haft saßen, bereits einen Monat später übertroffen.
Den 90.020 Inhaftierten standen landesweit 63.348 tatsächlich verfügbare Haftplätze gegenüber. Die durchschnittliche Belegungsdichte erreichte 142,1 Prozent. Rechnerisch kamen somit 142 Gefangene auf 100 Plätze. Ein Jahr zuvor hatte es 62.614 verfügbare Plätze gegeben. Die Kapazität wuchs innerhalb eines Jahres lediglich um 1,2 Prozent und damit erheblich langsamer als die Zahl der Inhaftierten.
Besonders deutlich wird die Überbelegung an den zusätzlichen Schlafplätzen in den Zellen. Am Stichtag wurden 8.347 Matratzen auf dem Boden gezählt, weil reguläre Betten fehlten. Das waren 51,8 Prozent mehr als im September 2025. In Untersuchungshaftanstalten und entsprechenden Abteilungen lag die Belegungsdichte bei 176,1 Prozent. Dort werden unter anderem Untersuchungshäftlinge sowie Verurteilte mit kürzeren Reststrafen untergebracht.
Die amtliche Statistik verzeichnet 32 Haftanstalten oder Abteilungen mit einer Auslastung von mindestens 200 Prozent. Weitere 75 lagen zwischen 150 und weniger als 200 Prozent. Nur 120 der erfassten Einrichtungen oder Abteilungen blieben unter einer Belegungsdichte von 100 Prozent. Die Angaben umfassen das französische Mutterland und die Überseegebiete und beziehen sich jeweils auf den Stichtag 1. September.
Unter den Inhaftierten waren 24.539 Untersuchungshäftlinge, deren Verfahren noch nicht rechtskräftig abgeschlossen waren. Ihr Anteil betrug 27,3 Prozent. Ihre Zahl erhöhte sich gegenüber September 2025 um 9,7 Prozent. Insgesamt waren 107.700 Menschen im französischen Strafvollzugssystem registriert. Darin enthalten sind 17.680 Personen, die etwa unter elektronischer Überwachung standen oder ihre Strafe in einer anderen Vollzugsform außerhalb einer Haftanstalt verbüßten.
Die Überbelegung betrifft den Alltag innerhalb der Gefängnisse weit über die Unterbringung hinaus. Die unabhängige französische Kontrollbehörde für Orte des Freiheitsentzugs hatte bereits im Juli eine gesetzlich verbindliche Steuerung der Belegung gefordert. Sie verwies auf Einschränkungen beim Zugang zu medizinischer Versorgung, Arbeit, Bildung und Freizeitangeboten sowie auf die hohe Belastung des Personals. Seit dieser Forderung ist die Zahl der Inhaftierten weiter gestiegen; zugleich mussten im September mehr als 8.300 Menschen ohne reguläres Bett auskommen.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Justizministerium – Monatsstatistik der Gefangenen und Inhaftierten
- Französisches Justizministerium – Statistik zum 1. September 2026
- Generalkontrolleur für Orte des Freiheitsentzugs
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).