Paris – 09.09.2026: Frankreichs Warenhandelsdefizit ist im Juli auf 6,7 Milliarden Euro gestiegen. Das teilte die französische Zollverwaltung am 8. September mit. Gegenüber Juni vergrößerte sich das Minus um 0,9 Milliarden Euro: Die Einfuhren nahmen um 1,1 Milliarden Euro zu, die Ausfuhren dagegen nur um 0,2 Milliarden Euro.
Den stärksten kurzfristigen Einfluss hatten Verkehrsgüter. Ihre Importe erhöhten sich im Monatsvergleich um 0,7 Milliarden Euro, vor allem wegen zusätzlicher Einfuhren von Erzeugnissen der Automobilindustrie. In geringerem Umfang trugen auch Lieferungen aus der Luft- und Raumfahrt dazu bei. Damit kehrte sich die Entwicklung vom Juni um, als sinkende Importe von Verkehrsgütern die Handelsbilanz entlastet hatten.
Auf der Exportseite verhinderten höhere Verkäufe von Elektrizität, Arzneimitteln sowie Metall- und Metallerzeugnissen eine noch stärkere Verschlechterung. Frankreichs Luft- und Raumfahrtindustrie gehört weiterhin zu den wichtigen Stützen des Außenhandels. Ihre Erfolge können jedoch die hohe Abhängigkeit von Einfuhren in anderen Industriezweigen, darunter die Automobil-, Computer- und Pharmabranche, nicht vollständig ausgleichen.
Die monatliche Zollstatistik erfasst ausschließlich den grenzüberschreitenden Warenhandel. Dienstleistungen wie Tourismus, Transport, Finanzgeschäfte oder Unternehmensberatung sind darin nicht enthalten. Das Handelsdefizit bezeichnet folglich die Differenz zwischen importierten und exportierten Gütern, nicht die gesamten wirtschaftlichen Transaktionen Frankreichs mit dem Ausland.
Nach Regionen verlief die Entwicklung unterschiedlich. Gegenüber europäischen Staaten außerhalb der Europäischen Union verschlechterte sich der Saldo um 0,9 Milliarden Euro, weil die Exporte sanken und die Importe zunahmen. Im Handel mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union verbesserte sich die Bilanz hingegen um 0,6 Milliarden Euro. Ausschlaggebend waren deutlich höhere französische Lieferungen in diese Ländergruppe.
Auch im längerfristigen Vergleich bleibt die Lücke beträchtlich. Der über zwölf Monate kumulierte Warenhandelssaldo belief sich im Juli auf minus 61,6 Milliarden Euro, nach minus 59,8 Milliarden Euro im Juni. Bereits im zweiten Quartal hatten steigende Einfuhren von Energie, Pharmazeutika sowie mechanischen, elektronischen und informationstechnischen Erzeugnissen die Bilanz belastet. Zusätzliche Ausfuhren der Luft- und Raumfahrtindustrie milderten den Rückgang.
Die Banque de France weist in ihrer umfassenderen Zahlungsbilanz ebenfalls eine Verschlechterung aus. Das saison- und arbeitstäglich bereinigte Leistungsbilanzdefizit stieg im Juli auf 4,7 Milliarden Euro, nach 1,6 Milliarden Euro im Juni. Dabei nahm der Dienstleistungsüberschuss von 5,3 auf 3,8 Milliarden Euro ab. Die Zollverwaltung will die Außenhandelsdaten für August am 7. Oktober 2026 veröffentlichen.
Quellen
- Franceinfo: Handelsdefizit Frankreichs im Juli 2026
- Französische Zollverwaltung: Außenhandelszahlen Juli 2026
- Banque de France: Zahlungsbilanz Frankreichs Juli 2026
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).