Politik & Gesellschaft

Frankreichs Kulturhaushalt soll 2027 schrumpfen

Kulturministerin Catherine Pégard stellt geringere Mittel für Theater, Opernhäuser und andere Einrichtungen in Aussicht. Statt pauschaler Kürzungen plant sie Einzelfallentscheidungen; Investitionen und Bauarbeiten könnten verschoben werden.

Paris – 20.09.2026: Frankreichs Kulturministerin Catherine Pégard hat für 2027 geringere staatliche Mittel für öffentliche Einrichtungen der darstellenden Künste angekündigt. Die Einsparungen sollten jedoch nicht nach einem einheitlichen Kürzungssatz erfolgen, sagte sie am Sonntag dem Sender Franceinfo. Stattdessen wolle ihr Ministerium jede Einrichtung gesondert betrachten, damit Theater, Opernhäuser und andere Kulturträger nicht in eine wirtschaftlich prekäre Lage gerieten.

Pégard verwies auf den erheblichen Konsolidierungsdruck im Staatshaushalt. Premierminister Sébastien Lecornu hatte den Ressorts am Donnerstag einen Sparbeitrag von insgesamt 54 Milliarden Euro vorgegeben. Die Kulturministerin sprach von neuen, besonders strengen Haushaltszwängen. Zugleich sagte sie zu, mit den betroffenen Akteuren nach Lösungen zu suchen, die die kulturelle Infrastruktur des Landes nicht beschädigten.

Eine pauschale Kürzung der Mittel für darstellende Kunst und Denkmalpflege lehnt Pégard ab. Nach Gesprächen mit den Leitungen großer Pariser Theater und Opernhäuser prüfe das Ministerium, welche Ausgaben zeitlich verschoben werden könnten. Dies betreffe vor allem Investitionen und Bauarbeiten. So sollen der laufende Spielbetrieb und die künstlerische Produktion stärker geschützt werden als langfristige Vorhaben, deren Beginn aufgeschoben werden kann.

Diese Gewichtung hat allerdings Folgen. Die staatliche Kulturförderung finanziert in Frankreich häufig zugleich Häuser, Ensembles, technische Infrastruktur und neue Produktionen. Werden Investitionen vertagt, bleiben kurzfristig mehr Mittel für Aufführungen und Aufträge verfügbar. Mittelfristig können sich jedoch der Modernisierungsbedarf und die Kosten notwendiger Sanierungen erhöhen. Pégard nannte den Erhalt der Produktion als Leitlinie für Theater und öffentlich-rechtliche Medien.

Der Kultursektor ist bereits durch Einschnitte des Staates und der Gebietskörperschaften belastet. Vor dem Festival von Avignon im Juli hatte die zeitweise angekündigte Sperre zugesagter staatlicher Zuschüsse erhebliche Unruhe ausgelöst. Die Regierung gab die rund zehn Millionen Euro für 28 große Einrichtungen der darstellenden Kunst später wieder frei. Die nun in Aussicht gestellten Einsparungen für 2027 sind dagegen Teil der regulären Haushaltsplanung.

Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist betroffen. Delphine Ernotte Cunci, Präsidentin von France Télévisions, hatte für 2027 Einsparungen von 90 Millionen Euro angekündigt, die unter anderem aus niedrigeren staatlichen Zuweisungen folgen. Pégard erklärte, Information und Produktion müssten möglichst geschont werden.

Der Haushaltsentwurf für 2027 befindet sich noch in der politischen und administrativen Abstimmung. Bereits im Mai hatte Pégard vor einem zusätzlichen Einbehalt bei regional verwalteten Kulturmitteln gewarnt und auf begrenzte Spielräume beim Mäzenatentum hingewiesen. Konkrete Beträge für einzelne Kulturinstitutionen oder einen verbindlichen Verteilungsschlüssel nannte sie weiterhin nicht.

Quellen

  • Franceinfo
  • AFP über Boursorama
  • Französisches Kulturministerium
  • Französische Nationalversammlung
  • Offizielles Informationsportal der französischen Regierung

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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