Wirtschaft

Frankreichs Lebensmittelindustrie verliert Exportanteile

Zum Auftakt der Lebensmittelmesse SIAL in Villepinte zeigt sich die Schwäche der französischen Agrar- und Ernährungswirtschaft: 2025 rutschte ihre Handelsbilanz ins Minus.

Villepinte – 17.10.2026: Die internationale Lebensmittelmesse SIAL hat am Samstag im Messezentrum Paris Nord Villepinte begonnen. Bis zum 21. Oktober kommen dort Hersteller, Einkäufer, Händler und Investoren aus der Ernährungswirtschaft zusammen. Für Frankreich fällt der Messestart in eine schwierige Phase: Die Branche muss ihre Stellung auf den internationalen Märkten sichern, während der Wettbewerb innerhalb Europas wächst.

Frankreich blieb 2025 ein bedeutender Exporteur landwirtschaftlicher Erzeugnisse und verarbeiteter Lebensmittel, belegte nach Angaben von FranceAgriMer weltweit jedoch nur noch Rang sechs. Der französische Anteil an den globalen Agrar- und Lebensmittelexporten lag demnach bei 4,2 Prozent und damit etwas niedriger als im Vorjahr. Mehrere europäische Wettbewerber konnten ihre Position dagegen behaupten oder ausbauen.

Noch deutlicher fällt die Verschlechterung der Handelsbilanz aus. Nach Daten von FranceAgriMer verzeichnete Frankreichs Agrar- und Ernährungswirtschaft 2025 ein Defizit von 800 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr verschlechterte sich der Saldo um fast fünf Milliarden Euro. Betroffen ist damit ein Sektor, der lange als verlässlicher Überschussbringer des französischen Außenhandels galt.

Die jüngsten Monatszahlen ergeben allerdings ein weniger eindeutiges Bild. Im August 2026 betrug das Defizit im Handel mit Agrar- und Ernährungswaren laut dem Statistikdienst Agreste 33 Millionen Euro. Das waren 318 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor. Höhere Getränkeexporte und geringere Einfuhren von Milchprodukten trugen zur Verbesserung bei. Den längerfristigen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit gleichen sie jedoch nicht aus.

Dabei besitzt die französische Ernährungsindustrie erhebliches wirtschaftliches Gewicht. Das Landwirtschaftsministerium beziffert die Zahl ihrer Beschäftigten auf rund 430.000; damit ist sie der größte industrielle Arbeitgeber des Landes. Frankreich verfügt weiterhin über starke Exportsparten, darunter Wein und Spirituosen, Milchprodukte, Getreide und Fleisch. Deren Erlöse reichen inzwischen aber nicht mehr aus, um wachsende Einfuhren anderer Produktgruppen auszugleichen.

Zu den wichtigsten Konkurrenten gehören europäische Nachbarn mit leistungsfähigen Verarbeitungsbetrieben und Vertriebsnetzen. Die Niederlande, Deutschland, Spanien und Polen sind auf wichtigen Absatzmärkten stark vertreten. Auch Frankreich setzt einen großen Teil seiner Waren in der Europäischen Union ab. Dort entscheiden neben der Qualität vor allem Preise, Lieferfähigkeit, Produktentwicklung und der Zugang zum Handel über neue Aufträge. Der Ruf französischer Spezialitäten allein sichert keine Marktanteile.

Auf der SIAL können französische Unternehmen ihre Produkte nun internationalen Einkäufern vorstellen und neue Geschäftsbeziehungen anbahnen. Die Messe bringt Vertreter aus Produktion, Handel, Gastronomie sowie Import und Export zusammen. Für die Branche geht es darum, mehr Verarbeitung und damit mehr Wertschöpfung im eigenen Land zu halten. Bis zum Messeschluss am 21. Oktober bleibt Villepinte ihr wichtigster internationaler Treffpunkt.

Quellen

  • Franceinfo
  • SIAL Paris
  • FranceAgriMer
  • Agreste
  • Französisches Landwirtschaftsministerium

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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