Wirtschaft

Frankreichs neue Restaurants kämpfen um ihre Existenz

Hohe Kosten und zurückhaltende Gäste setzen Frankreichs Gastronomie unter Druck. Fast 5.000 Restaurants gerieten seit Jahresbeginn in finanzielle Schwierigkeiten.

Straßburg – 21.10.2026: Ein eigenes Restaurant zu eröffnen, bleibt für viele Gründer ein Versprechen auf Selbstständigkeit – und wird immer häufiger zum finanziellen Wagnis. Eine aktuelle Reportage aus Straßburg schildert, wie neue Betreiber um ausreichende Umsätze ringen. Manche Konzepte finden ihr Publikum, andere Lokale müssen schon wenige Monate nach der Eröffnung wieder schließen.

Die Krise reicht weit über Straßburg hinaus. Nach Angaben des Wirtschaftsinformationsdienstes Altares gerieten seit Jahresbeginn mehr als 4.900 französische Restaurants in finanzielle Schwierigkeiten. Im September lag die Zahl der Insolvenzen rund sieben Prozent über dem Vergleichswert von 2025. Besonders betroffen ist die klassische Bediengastronomie, doch auch bei Schnellrestaurants nahmen die Verfahren zu.

Der Branchenverband Groupement des Hôtelleries et Restaurations de France registrierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 5.032 gerichtliche Verfahren bei Cafés, Hotels und Restaurants. Das waren 5,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein im zweiten Quartal waren 1.969 Restaurants betroffen. Fast zwei Drittel der Verfahren führten unmittelbar zur gerichtlichen Liquidation, bei der ein Unternehmen abgewickelt wird und seine Tätigkeit in der Regel einstellen muss.

Neue Betriebe trifft die Entwicklung besonders hart. Miete, Energie, Lebensmittel, Personal sowie Investitionen in Küche und Einrichtung müssen bezahlt werden, bevor sich ein verlässlicher Kundenstamm gebildet hat. Zugleich achten viele Gäste wegen der angespannten Kaufkraft stärker auf ihre Ausgaben. Sie kommen seltener, wählen günstigere Gerichte oder verzichten auf zusätzliche Bestellungen. Höhere Einkaufspreise lassen sich deshalb nur begrenzt über die Speisekarte weitergeben.

In Straßburg kommt der intensive Wettbewerb in der Innenstadt hinzu. Die Nachfrage schwankt zwischen touristisch geprägten Wochenenden, dem Mittagsgeschäft der Beschäftigten und dem Alltag der Wohnviertel. Betreiber müssen Öffnungszeiten, Speisekarte, Einkauf und Personalplanung schnell anpassen. Gut besuchte Abende reichen nicht aus, wenn an gewöhnlichen Werktagen Tische leer bleiben. Selbst steigende Gästezahlen garantieren keinen Gewinn, wenn Wareneinsatz und Personalkosten schneller wachsen als der Umsatz.

Auch etablierte Häuser sind vor diesen Belastungen nicht geschützt. Neue Restaurants verfügen jedoch meist über geringere Rücklagen und müssen zugleich Anlaufkosten tragen. Kredite und langfristige Mietverträge erhöhen den Druck, früh eine tragfähige Auslastung zu erreichen. Wer Preise niedrig hält, riskiert zu geringe Margen; wer sie deutlich anhebt, kann Gäste verlieren.

Die Schließungen treffen schließlich mehr als die Eigentümer. Beschäftigte verlieren ihre Stellen, Lieferanten Kunden und Viertel einen Teil ihres gastronomischen Angebots. Nach Angaben des Arbeitgeberverbandes GHR verloren im ersten Halbjahr mehr als 5.000 Unternehmensleiter aus Beherbergung, Gastronomie und Getränkeausschank ihre Tätigkeit. Rund 80 Prozent dieser Fälle entfielen auf die Gastronomie.

Quellen

  • Franceinfo
  • Altares
  • Groupement des Hôtelleries et Restaurations de France
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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