Politik & Gesellschaft

Frankreichs Präsidentschaftsbewerber hören den Papst, folgen ihm aber kaum

Papst Leo XIV zieht bei seinem Frankreich-Besuch zahlreiche Bewerber um das Präsidentenamt an. Doch seine Appelle für Frieden, soziale Nähe und Lebensschutz finden in ihren Programmen nur begrenzten Widerhall.

Paris – 28.09.2026: Am vierten und letzten Tag des Frankreich-Besuchs von Papst Leo XIV richtet sich der politische Blick bereits auf die Präsidentenwahl 2027. Bei der Messe auf der Place de la Concorde am 26. September zeigten sich neben Regierungsmitgliedern und Parlamentsvertretern mehrere mögliche Bewerber um das höchste Staatsamt. Die kirchliche Großveranstaltung wurde so auch zu einer Bühne politischer Präsenz.

Der Papst bereiste vom 25. bis 28. September Paris, Lourdes sowie Metz und Goin in Lothringen. Die französische Regierung hatte den Besuch angesichts der erwarteten Menschenmengen als Großereignis eingestuft. In Paris waren nach Angaben der Organisatoren 15.000 Polizisten und Gendarmen sowie 17.000 Freiwillige im Einsatz. Zur Messe im Zentrum der Hauptstadt kamen Hunderttausende Gläubige.

Leo XIV verband seine Auftritte mit einer gesellschaftlichen Botschaft, die weit in die französische Politik hineinreicht. Vor der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur rief er zur Verteidigung der Menschenwürde, des Rechts und der internationalen Zusammenarbeit auf. In Notre-Dame mahnte er die katholische Kirche, Menschen am Rand der Gesellschaft und Fremden offen zu begegnen. Frieden, soziale Verantwortung und Verständigung gehörten zu den Leitmotiven seiner Reise.

Besonders deutlich äußerte sich Leo XIV am 27. September in Lourdes zur Begleitung schwer kranker Menschen. Er wandte sich gegen die Vorstellung, den Tod als Ausdruck von Mitgefühl herbeizuführen, und verlangte Schutz und Beistand für Leidende. Damit bezog er eine Position, die der jüngst verabschiedeten französischen Regelung zur Sterbehilfe entgegensteht. In dieser gesellschaftspolitischen Frage reichen die Haltungen der Parteien weit auseinander.

Die demonstrative Nähe vieler Politiker zum Papst ist daher nicht mit inhaltlicher Übereinstimmung zu verwechseln. Bei Migration, europäischer Zusammenarbeit, sozialer Umverteilung, Krieg und Lebensschutz vertreten die möglichen Präsidentschaftsbewerber teils gegensätzliche Positionen. Leo XIV sprach als religiöses Oberhaupt und nicht als Teilnehmer des französischen Wahlkampfs. Seine Forderungen berühren dennoch einige der schärfsten politischen Konflikte des Landes.

Für die Bewerber besitzt die Begegnung vor allem symbolischen Wert. Katholiken bilden in Frankreich keine geschlossene Wählergruppe, doch kirchlich geprägte Milieus bleiben besonders im konservativen und bürgerlichen Spektrum gut organisiert. Wer bei den päpstlichen Terminen erscheint, signalisiert Respekt gegenüber dieser Öffentlichkeit und kann zugleich an der Popularität des Besuchers teilhaben. Die von Leo XIV vertretenen Positionen lassen sich allerdings keiner Partei eindeutig zuordnen: Seine Ablehnung der Sterbehilfe spricht konservative Kreise an, während seine Appelle zu Offenheit gegenüber Fremden, internationaler Zusammenarbeit und sozialer Fürsorge dort häufig auf Vorbehalte stoßen. Der große Zuspruch für den Papst bedeutet deshalb noch keine politische Gefolgschaft.

Quellen

  • Franceinfo
  • Élysée-Palast
  • Légifrance
  • Presseamt des Heiligen Stuhls
  • Vatican News
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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