Politik & Gesellschaft

Frankreichs Präsidentschaftsbewerber versammeln sich zur Papstmesse

Bei der Freiluftmesse von Papst Leo XIV. in Paris werden Politiker aus mehreren bürgerlichen und rechten Parteien erwartet. Präsident Emmanuel Macron bleibt dem Gottesdienst fern und lässt sich durch Premierminister Sébastien Lecornu vertreten.

Paris – 26.09.2026: Zur Freiluftmesse von Papst Leo XIV. auf der Place de la Concorde werden an diesem Samstagnachmittag zahlreiche führende französische Politiker erwartet. Ihre Teilnahme angekündigt haben Marine Le Pen und Jordan Bardella vom Rassemblement National, Gabriel Attal von Renaissance, Édouard Philippe von Horizons und Bruno Retailleau von Les Républicains. Auch der frühere Premierminister Michel Barnier will den Gottesdienst besuchen.

Nach Angaben von Public Sénat werden zudem Éric Zemmour und die Europaabgeordnete Sarah Knafo unter den Gläubigen sein. Zemmour hat bislang keine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2027 erklärt. Die starke Präsenz möglicher Bewerber macht die Messe dennoch zu einem politisch aufmerksam beobachteten Termin. Gerade im bürgerlichen und rechten Lager bietet der Papstbesuch Gelegenheit, sich in einem gesellschaftlich konservativen und katholisch geprägten Umfeld zu zeigen.

Präsident Emmanuel Macron wird nach Angaben des Élysée-Palasts an keiner Messe während des viertägigen Besuchs teilnehmen. Bei der Feier auf der Place de la Concorde vertritt Premierminister Sébastien Lecornu den Staat; auch Brigitte Macron soll anwesend sein. Der Präsident hatte Leo XIV. bereits am Freitag nach dessen Ankunft am Flughafen Paris-Orly empfangen.

Macrons Verzicht auf den Gottesdienst berührt eine protokollarisch und politisch sensible Frage. Im September 2023 hatte er an der Messe von Papst Franziskus im Stade Vélodrome in Marseille teilgenommen. Damals wurde darüber gestritten, ob der Besuch des Staatspräsidenten mit der französischen Laizität vereinbar sei. Sie verpflichtet den Staat zur religiösen Neutralität, schließt Kontakte zu Religionsgemeinschaften jedoch nicht aus. Diesmal sind der offizielle Empfang des Kirchenoberhaupts und die Teilnahme an der Messe personell getrennt.

Mehrere Vertreter der politischen Linken bleiben der Feier fern. Der Vorsitzende der Sozialistischen Partei, Olivier Faure, hat ebenso abgesagt wie die Grünen-Politikerin Marine Tondelier. Die unterschiedlichen Entscheidungen spiegeln den uneinheitlichen Umgang der Parteien mit öffentlichen religiösen Großereignissen wider. Die Messe selbst ist kein Staatsakt.

Der Gottesdienst beginnt um 15 Uhr. Das Veranstaltungsgelände reicht von der Place de la Concorde über die Avenue des Champs-Élysées. Das Erzbistum Paris hatte Mitte September fast 600.000 Anmeldungen gemeldet und deshalb zusätzliche Flächen in Richtung Place de l'Étoile und Avenue de la Grande-Armée vorgesehen. Die Organisatoren rechnen mit einem der größten katholischen Gottesdienste in Frankreich seit Jahrzehnten.

Leo XIV. hält sich vom 25. bis 28. September in Frankreich auf. Nach den Pariser Terminen reist er am Samstagabend nach Lourdes weiter. Am Montag ist in Metz eine europapolitische Ansprache zu Frieden und Einheit geplant.

Quellen

  • Franceinfo
  • Public Sénat
  • Programm des Papstbesuchs in Frankreich
  • Diözese Paris
  • Le Parisien mit Agence France-Presse

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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